Mutmaßliches Einbrecher-Quartett

Prozess am Landgericht Bielefeld: Zigaretten-Diebe suchen Edeka heim

Diepenau/Bielefeld - Von Ulrich Pfaff. Auf den ersten Blick wirken die vier jungen Männer recht solide. Aber wenn man dem glaubt, was die Staatsanwaltschaft ihnen vorwirft, handelt es sich um hochkriminelle und gut organisierte Einbrecher, wahre Tresorknacker. Seit Mittwoch sitzt das Quartett vor dem Landgericht in Bielefeld – auch Taten in Diepenau sollen auf sein Konto gehen.

Verbrauchermärkte und Spielotheken waren das bevorzugte Ziel der Gruppe, die von August 2016 bis August 2017 insgesamt 13-mal im niedersächsisch-westfälischen Grenzgebiet in einem Streifen von Bohmte bis Petershagen – inklusive Diepenau – zugeschlagen haben soll. Die Masche: Mit eher brachialen Mitteln verschafften sich die Täter Zugang zu den Objekten, aus denen dann Bargeld entwendet wurde – oder Zigaretten und Tabakwaren, die sich zu Geld machen ließen. So war es auch im April 2017: Mit einem Vorschlaghammer zerschlugen die Einbrecher ein Bürofenster am Edeka-Markt an der Schulstraße in Diepenau, packten im Verkaufsraum Zigaretten im Wert von 12.000 Euro in Kartons und transportierten diese ab. Im August kamen sie wieder: Mitten in der Nacht rammten sie mit einem Holzbalken die Eingangstür des Marktes auf, füllten einen mitgebrachten Bettüberzug bis oben hin mit Tabak und Zigaretten und verfrachteten diese in ihr Auto – dann machten sie einen zweiten „Gang“. Diesmal war die Beute gut 10.000 Euro wert.

Den vier jungen Männern aus Hüllhorst und Espelkamp im Alter von 23 bis 26 Jahren werden eine ganze Reihe weiterer Einbrüche zur Last gelegt, bei denen sie teils erheblich Beute gemacht haben sollen. Im November und Dezember 2016 sollen die Angeklagten zweimal dieselbe Spielothek in Rahden um Geldwechselautomaten erleichtert haben – Schaden: fast 14.000 Euro. Einen Tag vor dem Jahreswechsel 2017 drangen die Täter in den Edeka-Markt an der Bremer Straße in Bohmte ein, nachdem sie die Eingangstür aufgebrochen hatten. Im Büro des Marktleiters fanden sie einen Tresor, den sie in einen Kombi schleppten und mitnahmen – der enthielt insgesamt 17.300 Euro.

Findige, aber nicht immer erfolgreiche Einbrecher

Aus einem Rewe-Markt in Petershagen sollen sie im Juni 2017 einen Tresor mit 18.000 Euro entwendet haben, nachdem sie mit dem Auto das Sicherungsgitter eines Fensters abgerissen hatten. In Bad Essen suchten sie den Edeka am Postweg am 27. Februar heim: Gegen 1.50 Uhr schlugen sie ein Fenster zum Büro ein und trugen ebenfalls den Tresor weg, in dem sich 24.000 Euro befanden – um den Stahlschrank zum Auto zu bringen, mussten sie die Eingangstür des Marktes aufdrücken.

Überhaupt waren die Einbrecher recht findig, was die Methoden angeht, sich Zutritt zu den Gebäuden zu verschaffen, aber sie waren nicht immer erfolgreich: Im Februar vergangenen Jahres sollen sie am WEZ in Petershagen die Eingangstür mit Einkaufswagen so lange gerammt haben, bis sie auseinanderflog – den im Boden verankerten Tresor konnten sie jedoch nicht wegschaffen. In Preußisch Oldendorf enthielt der Tresor eines Edeka 13.000 Euro, der allerdings war so schwer, dass sie ihn liegen ließen, nachdem er von einer Sackkarre gefallen und nicht mehr zu bewegen war.

Die Polizei kam der Bande durch Aufzeichnungen von Überwachungskameras und Zeugen auf die Schliche. Die 2. Große Strafkammer des Landgerichts Bielefeld hat acht weitere Verhandlungstage angesetzt.

Quelle: kreiszeitung.de

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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