Artenschutzprojekt des Anglervereins

Quappen im Mühlbach ausgesetzt

Aus einer Wanne lässt Heinrich Brockmann behutsam 100 kleine Quappen in das Wasser gleiten. Dort sollen sie zu Fischen heranwachsen. 
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Aus einer Wanne lässt Heinrich Brockmann behutsam 100 kleine Quappen in das Wasser gleiten. Dort sollen sie zu Fischen heranwachsen. 

Dedendorf – 100 winzige Quappen hat Heinrich Brockmann (Mehringen), Ehrenmitglied des Anglervereins Nienburg/Weser,  in einem Biotop am Bücker Mühlbach ausgesetzt.

Wenn sie groß und stark ist, frisst sie frische Fische: Die Quappe ist selbst ein ganz besonderer Fisch, gehört zur Familie der Dorsche und lebt als einzige ihrer Art nicht im Meer, sondern landeinwärts. Im Gegensatz zu ihren Salzwasser-Verwandten bevölkert sie Süßwasserregionen, also Flüsse, Seen und Teiche. 

Artenschutzprojekt läuft seit vier Jahren

In dem kleinen Teich nahe der Mündung des Mühlbachs in die Weser soll der Nachwuchs der Dorschartigen nun zu stattlichen Fischen mit braun-schwarzem Farbmuster heranwachsen und zur Erhaltung ihrer gefährdeten Art beitragen. Heinrich Brockmanns Aktion am Mühlbach-Biotop ist Teil des Artenschutzprojekts „Quappe“, das der Anglerverband Niedersachsen seit etwa vier Jahren landesweit mit Unterstützung verschiedener Anglervereine betreibt. Dazu gehört auch der Anglerverein Nienburg mit seiner Untergruppe Hoya, dessen Vorstandsmitglied Heinrich Brockmann war. Auf seine Idee geht auch das Biotop am Mühlbach – besser bekannt als die „Bücker Beeke“ – zurück.

Der kleine Teich mit abgestuften Wassertiefen hat eine direkte Verbindung zur Beeke. Auf Dedendorfer Gemeindegebiet gelegen, gehört das Biotop zum Bereich des Mittelweserverbands Syke. Als es vor rund drei Jahren angelegt wurde, steuerte das Land Niedersachsen 10 000 Euro zur Herstellung bei. Zu den Mitwirkenden gehörte damals auch Kurt Janke, ein Berufsfischer aus Dörverden. Von ihm erhielt Heinrich Brockmann für das Biotop am Bücker Mühlbach die 100 kleinen Quappen, die dem Larvenstadium entwuchsen.

Rückzugsort für Fische

„Das Biotop wird nicht beangelt“, sagt Heinrich Brockmann im Gespräch mit der Kreiszeitung. „Es bleibt ein Rückzugsgebiet für Fische, die dort auch laichen können.“ Die Quappen, die nun in dem Bücker Biotop heranwachsen, sind unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt – etwa als Aalquappe, Aalrutte, Rutte oder Quappaal. Als Jungfisch ernährt sie sich von Wirbellosen wie Bachflohkrebsen und Insektenlarven.

Später dann frisst sie, was ihr vor das breite Maul kommt und dort hineinpasst. Denn vom Äußeren her wird die Quappe wegen ihres breiten Mauls oftmals mit dem Wels verwechselt. Im Gegensatz zu dessen vier bis sechs Bartfäden hat die Quappe jedoch nur einen einzigen Bartfaden.

Quappen sind wandlungsfähig

Sind Kleinfische als Nahrungsangebot in ausreichender Menge vorhanden, spielt die Quappe ihre Wandlungsfähigkeit aus und wird selbst zum Raubfisch. Mit einer durchschnittlichen Größe von 40 Zentimetern bieten ihr kleinere Artgenossen einen reichhaltigen Speiseplan. Je nach Nahrungslage behält die Quappe indes oft auch lebenslang ihre Jungfisch-Fressgewohnheiten bei und begnügt sich mit der wirbellosen Beute.

Quelle: kreiszeitung.de

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