Kreishandwerkerschaft Nienburg/Diepholz änderte beim Neujahrsempfang kurzfristig das Programm

Referent „Opfer des Wetters“

Friseurin Alexandra Renz wurde für ihre Leistung bei einem Landeswettbewerb von der „Werner-Ehrich-Stiftung“ ausgezeichnet. Thomas Gehre (l.) und Peter Vogel (Werner-Ehrich-Stiftung) überreichen den Preis.

Nienburg - NIENBURG (ru) · Schon am Morgen war Thomas Gehre nervös gewesen. „Da wusste ich noch nicht, warum. Aber anscheinend war es schon eine böse Vorahnung“, berichtete der Kreishandwerksmeister den Gästen beim gestrigen Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Nienburg/Diepholz im „Weserschlößchen“.

Die böse Vorahnung betraf den Gastredner, beziehungsweise dessen Nichterscheinen. Denn eigentlich sollte Dr. Reinhard Erös, Gründer der „Kinderhilfe Afghanistan“ zu dem Thema „Unter Taliban, Warlords und Drogenbaronen – Eine Familie kämpft für Afghanistan“ referieren. Doch Reinhard Erös wurde ein „Opfer des Winterwetters“. Sein Flieger landete aufgrund der Witterung in Hamburg statt in Hannover.

In die nun klaffende Lücke sprangen die Gastredner Landrat Heinrich Eggers und Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes. Dieser nutzte seine „Zugabe“, um auf den demografischen Wandel einzugehen, der in den kommenden Jahrzehnten auf die Kreisstadt zukommt. „Wir werden weniger Menschen und es werden ältere Menschen sein. Es wird eine ganz andere Gesellschaft“, erklärte der Bürgermeister und verwies auf sein Regionalstadtmodell, das eine engere Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden vorsieht.

Zentrales Thema bei allen Rednern war die Wirtschaftskrise. Die schwerste Rezession der Nachkriegsgeschichte sei für Nienburgs Handwerk vergleichsweise glimpflich verlaufen, bilanzierte Thomas Gehre das vergangene Jahr. „Das Handwerk war stabilisierend für unsere Gesellschaft.“ Als positiv in dieser Lage hätten sich vor allem die Abwrackprämie, die Kurzarbeit und die „Konjunktur-2-Förderung“ erwiesen. Kritik übte der Kreishandwerksmeister vor allem an der Zinspolitik der Kreditinstitute. „Während der Leitzins derzeit ein Prozent beträgt, arbeiten unsere Banken mit Kontokorrentkrediten im zweistelligen Bereich“, beklagte Gehre. Das gehe zu Lasten der Handwerksbetriebe, die ihre Leistungen zumeist über Kontokorrentkredite vorfinanzieren müssten.

Landrat Heinrich Eggers bezeichnete das Handwerk als ein solides und wesentliches Fundament des wirtschaftlichen Geschehens im Landkreis Nienburg. Auch er betonte die Bedeutung des Konjunkturpaketes und die Abwrackprämie für die lokalen Unternehmen. Immer wichtiger würden zudem schnelle Internetzugänge. „Das ist mittlerweile ein wesentlicher Standortfaktor“, betonte der Landrat. Deshalb hätten sich Landkreis und Gemeinden zusammengetan, um Fördermittel für eine bessere Versorgung einzufordern. „Wir werden den Antrag in diesen Jahr einreichen.“ Die Redner blickten insgesamt positiv in die Zukunft. „Bleiben wir optimistisch“, sagte Eggers und Thomas Gehre sprach von einer vorsichtigen Erwartungshaltung im Handwerk.

Quelle: kreiszeitung.de

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