Die Region aus 300 Metern

Kirchlintelner Erich Schwinge zeigt Luftbilder von Hoya und der Aller

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Galerist Klaus Günter Völker (links) und Fotograf Erich Schwinge vor einigen Bildern von den Aller.

Hoya - Von Marion Thiermann. „Aus der Vogelperspektive“ lautet der Titel einer Fotoausstellung, die aktuell in der Hoyaer Galerie „Fothoya“ zu sehen ist. Die gezeigten Bilder stammen von Erich Schwinge aus Kirchlinteln. 13 von ihnen zeigen Hoya, 12 weitere die Aller.

Zur Eröffnung der Ausstellung begrüßten Galerist Klaus Günter Völker und der 79-jährige Fotograf jetzt zahlreiche Gäste, unter ihnen auch Hoyas Ehrenbürgerin Irene Möller und ihr Ehemann Bernd.

Die Luftaufnahmen zeigen unter anderem die Allermündung und den Weser-Seitenkanal bei Intschede, die Leinemündung bei Hademstorf südlich von Hodenhagen mit Kanal, Wehr und Schleuse, und auch Hochwasseraufnahmen sind zu sehen – von 2013 aus Verden und von 2011 aus Hoya. Auf einem Bild der überfluteten Marsch ragen nur das Gebäude des Segelflugvereins Hoya und die Landesstraße Richtung Hassel aus den Wassermassen.

Beeindruckend auch Aufnahmen von Hoya mit den Brücken und den umliegenden Ländereien. Mit Grünflächen und Kornfeldern bieten sie einen Anblick, den man vom Boden aus nicht erahnt.

Erich Schwinge fotografiert schon seit seinem 13. Lebensjahr, damals mit einer Adox 66 mit Rollfilm und zusammen mit drei Freunden. Die Vier nannten sich „Die Fotobande“, nach einer gleichnamigen Jugendzeitschrift, die Fototipps gab. Ihre Negative und Bilder entwickelten sie in einer eigenen Dunkelkammer. Parallel dazu baute Schwinge Flugmodelle. 1954 machte er dann einen Segelflugschein und war 45 Jahre lang ehrenamtlicher Segelfluglehrer im Verdener Luftfahrt-Verein im Ortsteil Scharnhorst.

Als Berufsschullehrer für Metalltechnik verband der heute 79-Jährige 1980 die Fliegerei mit der Fotografie. Mit dem Motorsegler ist er hauptsächlich im Landkreis Verden unterwegs, macht aber gerne Abstecher nach Rotenburg und Hoya. Sein Lieblingsmotiv ist die 260 Kilometer lange Aller von ihrer Quelle in der Magdeburger Börde bis zu ihrer Mündung in die Weser. Schwinge hält ihre malerischen Windungen in Bildern fest.

Seit 2004 fotografiert der Kirchlintelner digital. Seine Motive zeigen Ortschaften und weitläufige Landschaften. Schwinge ist sich sicher, dass nicht die Kamera für gute Aufnahmen verantwortlich ist, sondern das Auge und das Können des Fotografen. Dass er recht hat, beweisen seine idyllischen Bilder.

Für gute Aufnahmen sind für seine Luftbilder aber noch weitere Faktoren entscheidend: ein geeignetes Flugzeug, klares Wetter, um gute Sichtmöglichkeiten zu haben, und ein Pilot, der auf die Wünsche des Fotografen eingeht.

Die Motive, die Flussläufe von Weser, Aller und Wümme, die viele Leute nur vom Überqueren der Brücken über die Flüsse kennen, bieten aus den 300 Metern Höhe, in denen Schwinge fotografiert, eine ganz andere Ansicht als aus den in der Drohnenfotografie üblichen 100 Metern. Deswegen sieht Erich Schwinge Drohnenfotografie nicht als Konkurrenz.

Momentan wartet der Kirchlintelner auf klares Wetter, damit er mit seiner Kamera wieder in die Luft starten kann. Er bedauert, dass Winteraufnahmen schwierig sind, denn wenn das Wetter einen Start mit dem Segelflieger zulässt, ist der Schnee von den Hausdächern schon wieder geschmolzen. Doch auf den Frühling mit sattgrünen Flächen und gelben Rapsfeldern, die goldenen Kornfelder im Sommer und das bunte Laub im Herbst freut er sich schon – für neue Luftaufnahmen aus der Vogelperspektive.

Die Fotos sind noch bis Freitag, 4. Mai, in der Galerie „Fothoya“ (Deichstraße 86) zu sehen: werktags von 10 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung unter Telefon 04251/2289.

www.fothoya.de

Quelle: kreiszeitung.de

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