Erinnerung und Schlüssel fehlten

Rentner aus Bücken ließ sich mit "flottem Dreier" locken

Verden/Bücken - Ein Rentner aus Bücken soll auf die Betrugsmasche einer 47 Jahre alten Angeklagten aus Rethem reingefallen seien soll. Dies sagte er  vor dem Landgericht Verden aus. Über verschiedene Dating-Portale im Internet soll die Frau Kontakt zu älteren Männern aufgenommen und diese dann ausgenommen haben. Eine 49 Jahre alte Angeklagte aus Walsrode soll an drei Fällen des gemeinschaftlichen Diebstahls beteiligt gewesen sein, bestreitet dies jedoch.

Ende 2015/Anfang 2016 habe ihre Freundin ihr von den gelegentlichen Treffen berichtet, ließ die 49-Jährige über ihren Verteidiger Thomas Lasthaus erklären. Ob sie nicht Lust hätte, sie gelegentlich zu begleiten. Die eine oder andere Bekanntschaft habe sich schon großzügig gezeigt und ihr Geld gegeben. Sex spiele keine Rolle, man trinke etwas zusammen, tanze und unterhalte sich.

„Ich selbst habe nie nach Bekanntschaften gesucht und es war nie die Rede davon, die Männer zu bestehlen oder zu berauben“, so die Einlassung der 49-Jährigen. Es stimme auch nicht, dass man den Männer K.-o.-Tropfen verabreicht habe. Nach längerer Krankheit und Verlust des Arbeitsplatzes will sich die Walsroderin in einer trostlosen Situation befunden und schlichtweg nach Ablenkung gesucht haben. Die Angeklagte aus Rethem hatte beim Prozessauftakt über Verteidiger Torben Müller Einsamkeit als Grund für die Verabredungen angegeben, weil ihr Mann beruflich oft unterwegs gewesen sei.

Zu drei Verabredungen will die 49-Jährige ihre Freundin begleitet habe. Der Rentner aus Bücken berichtete, dass ihm die Begleitung vor einem Besuch im Spätsommer 2016 mit der Aussicht auf einen „flotten Dreier“ angekündigt worden sei. Er war einverstanden – mit dem Besuch. Weitere, konkrete Vorstellungen habe er nicht gehabt. Zu mehr sei es auch nicht gekommen. Zumindest nicht an diesem Abend.

Diese habe für ihn in der Kellerbar seines Hauses ein sehr abruptes Ende gefunden. Zwei Flaschen Wodka oder Whisky habe man zu dritt geleert. „Ich war auf jeden Fall nicht voll“, betonte der Bückener. Er sei einfach so umgefallen und am nächsten Tag in seinem Bett aufgewacht. „Ich habe noch nie so lange und so schön geschlafen“, sagte er vor Gericht. Keine Kopfschmerzen, keine Übelkeit. Körperlich habe ihm nichts gefehlt. Nur die Erinnerung und sämtliche Schlüssel. Einiges ging in seinen Schilderungen durcheinander, doch es soll davor und danach Treffen nur mit der Rethemerin gegeben haben, die sich ihm mit falschen Namen vorgestellt habe. Dabei habe er ihr insgesamt 2500 Euro geliehen. Nicht geschenkt, wie er betonte.

Der Kreditvertrag sei ihm später auch geklaut worden. Bei einem weiteren Besuch der Rethemerin in Bücken. Da habe er schon aus Vorsicht nur sein „eigenes Zeug“ getrunken. Nach einem Schluck aus ihrem Glas sei er wieder „weg gewesen“. Den gesamten Diebstahlsschaden (Geld, Kamera mit den Bildern der Enkelkinder, Schmuck) bezifferte er mit 1400 Euro. Er erstattete Anzeige und habe der Polizei aus seiner Überwachungsanlage „ein wunderbares Bild“ von der Rethemerin liefern können. „Dann wurde sie gefasst“, so der Rentner.

wb

Rubriklistenbild: © dpa

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