Retrospektive von Helmut Bartels zeigt Vielfalt eines Künstlerlebens

Punkt für Punkt statt Strich für Strich auf Goldgrund

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Künstler Helmut Bartels Hände formen nach, was als Bild schon längst auf Goldgrund entstanden ist.

Bad Rehburg/Bücken - Von Beate Ney-Janßen. Die große Vielschichtigkeit seiner Arbeiten sei zuvor so noch nie zu sehen gewesen, sagt Helmut Bartels aus Bücken. In der „Romantik Bad Rehburg“ ist derzeit eine Retrospektive aus vier Jahrzehnten seines künstlerischen Schaffens zu sehen.

Dass er in Rehburg-Loccum diese Ausstellung bekommen hat, freut Bartels ganz besonders – ist er doch in Loccum aufgewachsen und ist im dortigen Kloster doch der Grundstein gelegt worden für etwas, das sich wie ein roter Faden durch seine Arbeit zieht.

Als sein Vater – ein Malermeister – nämlich zur Jugendzeit des 1945 geborenen Bartels den Auftrag bekommen hatte, die Sterne im Gewölbe des Mittelschiffs der Klosterkirche neu zu vergolden, begann er damit, sich für diese Technik zu interessieren. Daraus erwuchs eine Leidenschaft, die ihn bis heute nicht losgelassen hat.

Holztafeln mit Goldgrund, auf denen er Bilder entstehen lassen hat, sind dann auch ein wichtiger und umfangreicher Bestandteil der Ausstellung. Bereits im letzten Jahr seines Studiums der angewandten Malerei habe er damit begonnen, sagt Bartels, und erklärt anschaulich, was ihn an dieser Technik fasziniert. Das Goldene mehr zur Wirkung bringen, je nach Lichteinfall auch die anderen Farben mehr leuchten zu lassen – das sind nur einige der Ansätze, die er verfolgt hat. Dafür, sagt er, habe er Punkt für Punkt statt Strich für Strich gearbeitet.

Wer näher an die Bilder herantritt, kann erkennen, was Bartels meint: Nicht flächig, sondern pointiert hat er die Bilder auf den Goldgrund gebracht. Der edle Untergrund schimmert stets durch. Von der Glorifizierung der Schönheit erzählt er dann, wenn er die Bilder selbst genauer beschreibt. Frauenakte sind auf vielen Bildern zu sehen, seine eigene Frau hat er oft als Modell genommen. Während er von der Schönheit schwärmt, zeichnen seine Hände liebevoll die Formen auf dem Bild nach.

Die Retrospektive umfasst jedoch noch viel mehr als die Arbeiten auf Goldgrund. In manchen Kabinetten des Ausstellungsraums wird es konstruktiv sowohl im Bild als auch in Objekten. Symmetrie, sagt Bartels, sei ihm wichtig – und symmetrisch-konstruktivistisch sind viele der Arbeiten.

An anderer Stelle zeigt er hingegen Materialbilder. Steine, die er von Reisen auf griechische Inseln oder nach Neuseeland mitgebracht hat, sind auf manche Bilder geklebt. Für andere Werke hingegen hat er solche Steine im Mörser zermahlen und das Steinmehl auf die Leinwände gebracht.

Einen Hang zum Surrealen zeigt er in Acrylbildern, die unter dem Motto „Leben zwischen Fels und Meer“ zu sehen sind. Seine jüngsten Arbeiten hingegen sind im Mittelgang ausgestellt: „Naturspuren – Kulturspuren“ nennt Bartels die Objekte. Bei seinen Wanderungen auf griechischen Vulkan-Inseln war für ihn teilweise nicht mehr deutlich, wo die Natur allein Gesteinsformationen geschaffen hat und wo – vor langer Zeit – auch Menschen eingegriffen haben, deren Werke nun durch das Walten der Natur kaum noch als solche zu erkennen sind. Umgesetzt hat er das in reliefartigen Arbeiten, die genau diese Frage aufwerfen.

Zu sehen ist die Ausstellung von Helmut Bartels, der er den Titel „Im Lauf der Zeit“ gegeben hat, bis zum 12. April, dienstags bis sonntags, 11 bis 18 Uhr. Am Sonntag, 12. April, 14.30 Uhr, will Bartels noch einmal eine Führung durch seine Ausstellung anbieten.

Quelle: kreiszeitung.de

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