Riesen-Modell aus Rehburg-Loccum steht in Südamerika

Ein Mega-Dino für Argentinien

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Endmontage: Ein Kran bringt den riesigen Hals in die richtige Position. 

Rehburg-Loccum/Trelew - von Leif Rullhusen. Rund 40 Meter lang, 20 Meter hoch und 80 Tonnen schwer: Der Mega-Titanosaurier – so sein vorläufiger Name – ist das bislang größte bekannte Lebewesen, das jemals auf der Erde lebte.

Erst vor sechs Jahren entdeckte ein Landarbeiter in Argentinien Knochenreste des Giganten.

Ein Sensationsfund, der in Rehburg-Loccum für Begeisterung sorgte. „Als wir die Nachricht erhielten, stand unser Entschluss fest: Wir müssen eine wissenschaftlich korrekte, lebensechte 1:1 Nachbildung des Mega-Titanosauriers bauen“, berichtet Franz-Josef Dickmann, Geschäftsführer des des Dinosaurier-Parks in Münchehagen. Dessen Tochterfirma „Bernd Wolter Design“ in Rehburg-Loccum baut seit 25 Jahren lebensgroße Modelle von Dinosauriern und anderen Tieren wissenschaftlich korrekt nach.

Das war vor drei knapp drei Jahren. Seit etwa einem Monat steht tatsächlich ein lebensgroßes Modell dieses ausgestorbenen Megatitanen vor der argentinischen Stadt Trelew, nahe des Fundortes. Das Licht der Welt hat der Koloss in Rehburg-Loccum erblickt. „Es ist das bisher größte, transportable Dinosauriermodell weltweit, das jemals gebaut wurde“, erklärt Dickmann. Entsprechend aufwendig war die Realisierung des Projektes. Immerhin wiegt auch das Dino-Modell in Originalausmaßen noch beeindruckende 16 Tonnen. Bei der Realisierung arbeiteten die Spezialisten von Bernd Wolter Design von Beginn an eng mit dem Paläontologischen Museum Egidio Feruglio in Trelew im Süden Argentiniens zusammen.

Die Partner tauschten sämtliche wissenschaftliche Daten bis ins Detail aus. Im Frühjahr 2015 startete die Produktion des Prototypen in Rehburg-Loccum.

Die Fertigung begann mit Skizzen und Zeichnungen, die in ein 1:100 Modell übertragen wurden. „Erst beim Bau des 1:1 Prototypen wurden mir die riesigen Dimensionen dieses Dinosauriers wirklich bewusst“, blick Dickmann zurück. „Denn schon mit der Schulterhöhe von 6,50 Metern stießen wir an die Grenzen unserer Halle für Prototypen-Herstellung. Da passte dann der Hals auch nicht mehr drauf und musste separat gefertigt werden.“ Sechs Monate dauerte der Bau des Prototypen und fast ein Jahr die Herstellung des lebensechten Modells. Der Mega-Dino bekam eine Bauabnahme, zudem berechnete ein Ingenieurbüro die Statik des Riesen, auf den aufgrund seines langen Halses enorme Windkräfte einwirken. Für den Transport um den halben Globus musste das Modell in Segmenten gefertigt werden, die in Rehburg-Loccum allerdings schon einmal komplett zusammengebaut wurden, um den Dino ohne Ansätze zu lackieren. Danach demontierten ihn die Spezialisten von Bernd Wolter Design und verpackten ihn sorgfältig in sechs riesige Seecontainer, in denen er seine Reise über den Atlantik antrat.

In nur sechs Tagen bauten sie den 250 000 Euro teuren Koloss gemeinsam mit einem Team des Paläontologischen Museum Egidio Feruglio in Argentinien Ende Februar wieder auf. Zur Einweihung waren über 2000 Gäste anwesend. Seitdem thront er gut sichtbar direkt an einer Hauptverkehrsachse vor der Stadt Trelew in Patagonien.

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