Wo Ritter ihre Schwerter schwingen

Katharinenmarkt begeistert Organisatoren und Besucher

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Schwertkämpfe wurden ausgetragen.

Hoya - Von Jana Wohlers. Er gehört zum festen Repertoire der Hoyaer Traditionsveranstaltungen, ist aus der kulturellen Kulisse schon lange nicht mehr wegzudenken und lockt jedes Jahr hunderte Besucher weit über die Landes- und Bundesgrenzen in die Grafenstadt.

Der Katharinenmarkt zu Hoya hat am vergangenen Wochenende sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Mit Graf und Gräfin, Gauklern und Spielleuten, Erzbischof und Marktvogt hielt rund um die historische Altstadt zwei Tage lang das Mittelalter in all seinen Facetten Einzug.

Jubelrufe, Fanfarenklänge, ein aufgeregtes Marktvolk – es wird laut, wenn sich das Grafengefolge in Bewegung setzt, um gemeinsam mit dem hochedlen Grafen von Hoya, Otto III., und seiner Gräfin das mittelalterliche Spektakel einzuläuten. Allen voran zwei Urgesteine der Marktgeschichte: Marktvogt „Hans von der Solt-Au“ und Johannes Faget von „Fogelvrei“. Nach 25 Jahren Markttreiben bot der Katharinenmarkt nicht nur eine „Zeitreise ohne Zeitmaschine“, der Besuch war für den ein oder anderen auch ein Blick zurück auf eine 25-jährige Erfolgsgeschichte. Anders lässt sich der Mittelaltermarkt mit Kulturspektakel wohl nicht beschreiben.

Vor der Bühne präsentierten Gaukler ihre Kunst. - Foto: Lydia Cramer

„Unsere Entwicklung fing im kleinsten Rahmen an und darf heute eine europäische Zertifizierung sein Eigen nennen“, sagte Hans Soltau, von der ersten Stunde an „Marktvogt“ und Gründungsmitglied des Marktvereins. Von der Namensgebung über die Vereinsgründung bis hin zum Standort in der historischen Altstadt: „Wir sind mit unseren Aufgaben gewachsen, sind professioneller geworden und trotzdem steht der gemeinsame Spaß immer im Vordergrund“, sagt Soltau.

Auf den „Brückenschlag“ – den Wechsel des Markt-Standorts in die Altstadt – schaue man lächelnd zurück: „Wir sind dort angekommen, wo wir hingehören – zwischen Schloss, Martinskirche und historischen Gebäuden.“

Mägde baten zu mittelalterlichen Speisen. - Foto: Anette Steuer

Mit 23 Gründungsmitgliedern entstand der Verein 1997, heute sind es mehr als 150 Mittelalterfreunde aller Generationen, die sich für die Traditionsveranstaltung und den Erhalt der mittelalterlichen Kultur engagieren.

Dabei geht es beim Katharinenmarkt zu Hoya lange nicht nur um die kulturellen, sondern auch um soziale Aspekte – die Veranstaltung soll ein Anlaufpunkt für Menschen aus allen sozialen Schichten sein, das Menschliche steht im Vordergrund.

Handwerker zeigten ihr Können. - Foto: Jana Wohlers

Und das Konzept geht auf: Wenn Ritter aus Böhmen ihre Schwerter schwingen und die „Comes Vagantes“ als Spielleute des Grafen für ordentlich Stimmung sorgen, Gaukler Feuer spucken und holde Mägde mit mittelalterlichen Speisen zu Tisch bitten, dann tummeln sich Jung und Alt in der historischen Altstadt, um für zwei Tage in eine vergangene Zeit einzutauchen.

Katharinenmarkt in Hoya

Anlässlich des Jubiläumsjahres gab es auf dem Katharinenmarkt in diesem Jahr eine ganz besondere Münze zu erwerben: Aus feinstem Silber auf die Hand oder aus Messing mit einer mittelalterlichen Spindelpresse zum eigenhändigen Stanzen – es gäbe wohl kein schöneres Erinnerungsstück an 25 Jahre gelebte Kultur und Gemeinschaft in der Grafenstadt. Denn eines wissen die Marktbetreiber mittlerweile: „Kleinigkeiten und Details machen einen solchen Markt aus!“

Mittelalterliche Trauung in Hoya

Quelle: kreiszeitung.de

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