Rodewalder Veterinäre setzen „Tierarzt“ und „Mais“ in eine ungeahnte Beziehung

Tierärzte zur Maisernte besonders gefragt

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In wenigen Tagen beginnt die Maisernte.

Rodewald. Bei „Tierarzt“ denkt der Laie an die Katze mit Schnupfen, den kranken Hund oder die Kuh, die Hilfe beim Kalben braucht. Das stimmt zwar alles, doch der Beruf des Tierarztes hat sich gewandelt.

Insbesondere in der Landwirtschaft ist der Tierarzt heute viel mehr der Berater für die Gesunderhaltung der gesamten Herde. Das Team der Tierarztpraxis Dres. Kraemer aus Rodewald ist gerade in diesen Wochen viele Kilometer unterwegs als gefragte Berater für Milchvieh haltende Betriebe.

In dieser Zeit beginnt allenthalben die Maisernte. Und Mais ist die zentrale Futtergrundlage in der Milchviehhaltung. Entsprechend groß ist die Bedeutung der Qualität des Futters. Dr. Christian Kraemer: „Die Kuh bekommt den Mais ja nicht vorgeworfen und soll damit dann irgendwie klar kommen. Der Mais muss so gehäckselt, aufbereitet und gelagert werden, dass das Verdauungssystem des Tieres die Nährstoffe optimal aufnehmen kann.“

Gefragte Berater: Die Tierärzte Dr. Amelie (Foto) und Christian Kraemer haben während der Maisernte Hochsaison.

Das ist nicht nur eine Frage des Tierwohls, sondern für einen Milchviehbetrieb vor allem von enormer wirtschaftlicher Bedeutung. Dr. Kraemer: „Stellen Sie sich vor, da liegt ein Maishaufen, mit dem man 200 Kühe ein Jahr lang ernähren kann. Das entspricht einem sechsstelligen Euro-Betrag.“ Entsprechend teuer wird es für den Milchbauern, wenn die Anlage des Lohnunternehmers, der den Mais verarbeitet, nicht optimal eingestellt ist: „Die Kuh hat zu wenig von ihrem Futter, kann die enthaltenen Nährstoffe nicht vollständig nutzen. Wenn dann die wertvolle Maisstärke mit dem Kot wieder ausgeschieden wird, ist das besonders ärgerlich. Der Landwirt muss solche Verluste über zugekauftes Futter kompensieren.“ Das kann sich angesichts geringer Margen auf Dauer kein Betrieb leisten.

Die Maishäcksler so einzustellen, dass ihr Endprodukt dem mehrstufigen Verdauungssystem der Kuh entspricht, ist allerdings nicht ganz einfach – zumal dann nicht, wenn angesichts der zeitlich eng gefassten Maisernte Termindruck bei den Lohnunternehmern herrscht. Die Kraemers haben sich als Tierärzte dieses Themas angenommen. So ist die bei den Milchbauern über die Kreisgrenze hinaus bekannte Rodewalder Praxis in der Maisernte zu den Betrieben unterwegs, um den Landwirten beratend zur Seite zu stehen. „Was wir hier machen, ist eher eine Art Management-Beratung für den Milchviehbetrieb. Nicht unbedingt das, was man gemeinhin von einem Tierarzt erwartet“, so Christian Kraemer.

Den Rodewalder Veterinärmedizinern geht es aber nicht nur um die optimale Ausnutzung des Futters. „Wenn die Kuh richtig gefüttert wird, habe ich einen sehr guten Hebel zur Tiergesundheit“, betonen die Praxisinhaber. „Wird der Pansen, das zentrale Verdauungsorgan der Kuh, nicht adäquat versorgt, kann das zu diversen Folgeerkrankungen führen, bis hin zu Lahmheiten oder Euterentzündungen.“

Spätestens dann geht die Milchleistung der Tiere rapide in den Keller – mit unter Umständen fatalen Folgen für den Betrieb. Dr. Christian Kramer: „Ich kann eine Kuh nicht zwingen, viel Milch zu geben. Sind also die Erträge gut, heißt das für mich als Halter: Betreuung, Stall, Futter -alles richtig gemacht.“

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