Verein „Alte Schule“ lädt zur Ausstellung ein

Zeitzeugen gesucht: Rückblick in die Geschichte Magelsens

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Originaldokumente und Fotos für eine Zeitausstellung der Jahre 1930 bis 1950 präsentierten die verantwortlichen Mitglieder des Vereins „Alte Schule“ jetzt in einem ehemaligen Klassenzimmer (von links): Wilken Brüns, Hartmut Westermann, Heide Rippe, Wilhelm Meyer, Werner Lauter, Karl-Heinz Rengstorf und Hermann Boymann.

Magelsen – Von Horst Friedrichs Zeitzeugen werden noch gesucht: Wer die Jahre von 1930 bis 1950 in Magelsen und Umgebung miterlebt hat, ist ein gefragter Mensch – für den örtlichen Verein „Alte Schule“. Denn der veranstaltet eine Ausstellung über den besagten Zeitabschnitt.

Eröffnung ist am Sonntag, 31. März, um 14 Uhr in der Villa Clüver, Alte Schule, Magelsen 73. Bis gegen 18 Uhr soll die Veranstaltung dauern. Viele Ausstellungsstücke – vorwiegend Dokumente und Fotos – wurden jetzt während eines Pressegesprächs präsentiert. „Wir wollen zeigen, wie es damals im Kleinen war, nicht die große Politik“, sagt Hartmut Westermann vom Verein „Alte Schule“.

Gezeigt werden in der Ausstellung die unterschiedlichsten gedruckten Objekte auf schon leicht angegilbtem Papier – von der Essensmarke bis hin zur plakatgroßen Hofkarte aus der damaligen Planwirtschaft für landwirtschaftliche Betriebe. Alte Zeitungen, meist landwirtschaftlicher Prägung, werden zu sehen sein – sowohl aus der Vorkriegszeit als auch aus den Kriegsjahren und der Nachkriegszeit. Damit nicht genug, zeigt der Verein seltene Fundsachen wie Flugblätter in deutscher Sprache, abgeworfen von britischen Flugzeugen gegen Ende des Krieges.

Auch ein Aufsatz von Dieter Friedrichs, Hilgermissens früherem Bürgermeister, gehört zu den Ausstellungsstücken. Darin schildert er seine Kindheitserlebnisse während der letzten Kriegsjahre und der Nachkriegszeit.

„Zeitausstellung von 1930 bis 1950 in Magelsen und Umgebung“ heißt der offizielle Titel der Veranstaltung, die der Verein „Alte Schule“ bereits seit dem Winter vergangenen Jahres plant. Neben den gedruckten Ausstellungsstücken werden auch viele Fotos zu sehen sein so von Johann Westermann, dem Vater Hartmut Westermanns, aus dem Russlandfeldzug, und von Horst Plack aus Obernhude, dessen Bilder während des Frankreichfeldzugs entstanden. In der Zeit, mit der sich die Ausstellung befasst, gab es in Magelsen noch etwa 80 landwirtschaftliche Betriebe, einschließlich jener, die im Nebenerwerb geführt wurden. Heute sind es noch elf Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe. Im Ort gab es in der „Ausstellungszeit“ einen Einkaufsladen und einen Bäcker sowie drei Hausschlachter, die im Sommer als Maurer arbeiteten. Einen Schlachterladen gab es nicht, weil alle Einwohner Selbstversorger in Sachen Fleischprodukten waren.

Werner Lauter zitierte während des Pressegesprächs aus dem Tagebuch seiner Tante Ida, mit deren Schilderungen der Flucht der Familie aus Schlesien und der Ankunft in Magelsen er auch in der Ausstellung präsent sein wird. Als einziger noch lebender Zeitzeuge ist Hermann Boymann (88) dabei.

Nach der Ausstellungseröffnung am 31. März werden die Besucher mit Kaffee und Kuchen bewirtet, und gegen 18 Uhr soll dann Schluss der Veranstaltung sein. „Wenn sich noch weitere Zeitzeugen bis uns melden, würden wir uns sehr freuen“, sagt Hartmut Westermann. Das Gleiche gelte für Erinnerungsstücke aus der damaligen Zeit. Wer etwas beisteuern kann, meldet sich unter Telefon 04256/1280.

Quelle: kreiszeitung.de

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