Interjumi 2014: Internationale Orchester treffen sich im Kreis

„Musik ist die Sprache“

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An Instrumenten mangelt es nicht: Erst seit wenigen Tagen ergänzt eine Röhrenglocke (links) das Equipment der Musikschule. Deren Vertreter Jörg Benthin (l.) und Thomas Klein freuen sich auf das Orchestertreffen.

NIENBURG - Von Nikias Schmidetzki. Anbauen heißt es im Nienburger Theater Ende März. Wenigstens die Bühne wird verlängert, damit um die 200 Musiker Platz finden. Das wird nötig, wenn Gruppen aus fünf Ländern gemeinsam auftreten – als Abschluss eines mehrtägigen Treffens im Landkreis.

Interjumi 2014 nennt sich die Veranstaltung – ein Internationales Jugendorchestertreffen. Eingeladen hat die Musikschule Nienburg mit Leiter Jörg Benthin und Vorsitzendem Thomas Klein an der Spitze. Schon mehrfach waren die Nienburger zu Gast bei befreundeten Orchestern, im Gegenzug waren auch schon Besucher an die Weser gereist. Nun sollen erstmalig rund 200 Gäste aus vier Staaten auf die Nienburger treffen. Hinzu kommen etwa 100 heimische Musiker, die sich auf eine spannende Woche freuen. „Bei den Reisen ins Ausland sind unsere Jugendlichen immer sehr freundlich aufgenommen worden“, sagt Thomas Klein. Nun wollen sich die Nienburger im Rahmen dieses Großprojektes revanchieren.

In der Zeit vom 27. bis zum 31. März lernen die Besucher die Gegend kennen, tauschen sich aus und machen zusammen Musik. Profitieren sollen aber nicht nur Musiker und deren Familien. Im gesamten Landkreis verteilen sich die Besucher, um am Freitag, 28. März, für einige Stunden an Orten in verschiedenen Samtgemeinden zu spielen. Ein großes Hauptkonzert folgt am Sonntag, 30. März, ab 15 Uhr auf besagter Bühne des Nienburger Theaters. Einmal wollen sich die einzelnen Gruppen ganz individuell präsentieren, aber auch in großer Besetzung wollen sie ein gemeinsam einstudiertes Stück zu Gehör bringen. Schon heute proben sie an ihren jeweiligen Einrichtungen die Komposition „Olympica“, ein zeitgenössisches Werk für symphonisches Blasorchester von Jan van der Roost. Ein zweites Konzert ist für den darauf folgenden Montag geplant. Am Vormittag können sich Schulklassen kostenlos vom Können der Jugendlichen überzeugen.

„Wir wollen auf diesem Wege unsere Beziehungen vertiefen, sowohl kulturell als auch gesellschaftlich“, fasst es Klein zusammen. Die Gäste kommen aus Nienburgs Partnerstadt Witebsk (Weißrussland), Klaipeda (Litauen), St. Petersburg (Russland) und Székesfehérvá (Ungarn). In letztere Stadt war vor 20 Jahren die erste Orchesterfahrt der Nienburger gegangen, erinnert sich Jörg Benthin. Zuletzt waren Nienburger vor allem in Witebsk wie auch Klaipeda zu Gast. „Wir haben schon viel miteinander ausgetauscht – Jugendliche, Noten und Musik“, meint Benthin. Dabei habe sich eines immer deutlich gezeigt: „Musik ist die Sprache, die wir alle verstehen.“ Deshalb soll auch das Musizieren an erster Stelle stehen. Neben den Konzerten im Kreis, darf eine Abordnung am Nachmittag des 28. März im Bremer Dom spielen. Beginn ist vermutlich gegen 16 Uhr. Gemeinsam proben, zusammen vorspielen – viel Zeit bleibt da nicht mehr. Und doch: Auch Freizeit steht auf dem Plan. Es geht in den Heide-Park, ins Kloster Loccum und zum Bickbeernhof. Langeweile dürfte bei einem solchen Programm nicht aufkommen.

Übernachten werden die Jugendlichen zum Teil bei Gastfamilien, ansonsten in verschiedenen Gästehäusern der Stadt. Wer noch Platz hat, ist willkommen, sich unter Tel. 05021/ 40 08 in der Musikschule zu melden – möglichst vormittags. Da das Ganze kein billiges Vergnügen wird, freuen sich die Veranstalter über Unterstützung des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP), des Landschaftsverbandes Weser-Hunte, der Bürgerstiftung im Landkreis Nienburg, der Wirker-Stiftung, Werner Göllner sowie von Kreis und Stadt.

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