„Werde nirgendwo den Neunmalklugen geben“ / Verwaltungen stecken in Haushaltsvorbereitungen

Rustemeyer wird kein Berater

Kreiszeitung Syke

Hoya - (ahe) · „Obwohl mir Ende des vergangenen Jahres der Sinn danach stand, habe ich ihn nicht angerührt“, greift Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Rustemeyer in seinem Büro nach dem Ordner „Überflüssige Vorgänge“. Darin versteckt sich eine Flasche Hochprozentiges, versehen mit der Aufschrift „Warnung – Nur bei Frust anwenden“ (siehe kleines Bild). Die hatte ihm einst Hoyas Bürgermeister Reinhard Endres überlassen.

„Die Auseinandersetzungen sind mir an die Nieren gegangen. Ich möchte das nicht mehr aufwärmen.“ Rustemeyer blickt nach vorne, auf die letzten Monate seiner dann 18-jährigen Amtszeit. Wenn es am 1. Januar 2011 die fusionierte Samtgmeinde Grafschaft Hoya gibt, sitzt er vermutlich im Flieger. „Mein Abgang war nicht harmonisch. Ich brauche Abstand, will die Tür ‚Rathausarbeit‘ schließen.“ Der Verwaltungs chef, Jahrgang 1953, tritt in den einstweiligen Ruhestand.

Bis dahin ziehen allerdings noch einige Tage ins Land. Gerade ist Rustemeyer aus einer Kur zurück, geht gestärkt in seine „Endrallye“ – mit dem Ziel, die Fusion soweit zu gestalten, „dass Anfang 2011 eine funktionsfähige Verwaltung steht. Wir haben einen Gliederungsplan, der mit den Mitarbeitern in Hoya und Eystrup abgestimmt ist.“ Papier wälzen, oder im Amtsdeutsch: Vorgänge übergeben – darin besteht derzeit eine der Hauptaufgaben in beiden Rathäusern. „Jede Verwaltung hat ihre Eigenarten. Mein Nachfolger benötigt eine hohe Personalführungskompetenz für die Integration aller Angestellten. Ich hoffe, dass sie einen guten Chef bekommen, der sich bewusst ist, dass er bei der Größe der Verwaltung operativ eingebunden ist.“ Viel mehr ist Rustemeyer zu diesem Thema nicht zu entlocken. Verständlich, schließlich ist er am 7. November (voraussichtlicher Termin) neutraler Wahlleiter.

Ohnehin hat er noch anderes zu tun: „Wir bereiten den Haushalt 2011 vor, den der neue Rat im Frühjahr verabschieden muss.“ Auch die Sanierungen von Rathaus und Schloss will Rustemeyer noch anschieben, den Deichbau in die Wege leiten. Und als Pensionär? Eine Beratertätigkeit? „Um Gottes Willen, nein! Ich werde nirgendwo den Neunmalklugen geben. Schließlich habe ich es selbst immer abgelehnt, externe Leute zu beschäftigen.“

Quelle: kreiszeitung.de

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