Pandemie-Auswirkungen

Saisonstart coronabedingt verschoben: „Kaffkieker“ soll zu Pfingsten fahren

Der „Kaffkieker“ fährt auf der Strecke zwischen Syke, Bruchhausen-Vilsen, Hoya und Eystrup.
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Der „Kaffkieker“ fährt auf der Strecke zwischen Syke, Bruchhausen-Vilsen, Hoya und Eystrup.

Samtgemeinde –  Saisonbeginn für die „Kaffkieker“-Fahrten in Hoya ist am 1. Mai. Eigentlich, gebe es Corona nicht. Auch die Freibäder warten auf eine klare Ansage zur Öffnung.

Der Saisonstart für den „Kaffkieker“ steht kurz bevor. Eigentlich. Stichtag für die beliebten Fahrten mit dem Triebwagen auf der Strecke zwischen Syke, Bruchhausen-Vilsen, Hoya und Eystrup wäre morgen gewesen – wenn Corona den Planungen nicht einen Dämpfer verpasst hätte. Pandemiebedingt mussten die Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya (VGH) den Saisonbeginn daher nun verschieben.

„Alles ist betriebsbereit. Wir könnten innerhalb einer Stunde auf die Gleise“, bedauert der örtliche Betriebsleiter Christian Schröder die aktuelle Situation.

Über den Winter habe man alles vorbereiten können. „Es wurden die üblichen Wartungsarbeiten durchgeführt, um das Fahrzeug betriebsbereit zu halten. Zudem gab es im vergangenen Jahr eine Motorüberholung“, erklärt Christian Schröder. Nun hoffen die VGH auf eine Verbesserung der Lage, um zu Pfingsten endlich starten zu können. Um die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, hätte das Unternehmen bereits 2020 die Fahrgastzahlen auf die Hälfte begrenzt. „Im Triebwagen gibt es sonst knapp 90 Sitzplätze und etliche Stehplätze. Durch die Reduzierung hatten die Gäste deutlich mehr Abstand zuein- ander“, so der Betriebsleiter. Dieses Konzept könne nun auch beim voraussichtlichen Saisonstart zu Pfingsten wieder zum Einsatz kommen.

Darüber hinaus hat das Fahrrad in Zeiten der Pandemie einen immer größeren Stellenwert gewonnen, weswegen Gäste 2020 auch vermehrt das Angebot in Anspruch genommen hätten, ihre Räder im Zug mitzunehmen. 25 Stellplätze würden dafür im Triebwagen zur Verfügung stehen.

„Trotz Krise gab es mehr Buchungen als erwartet, aber natürlich nicht zu vergleichen mit Zahlen aus den Vorjahren“, weiß Christian Schröder. Voll ausgebucht sei jedoch keine Fahrt mit dem „Kaffkieker“ gewesen, „das kam immer gut hin“. Aber gerade zu Himmelfahrt oder aber bei gutem Wetter habe er gemerkt, dass es etwas voller wurde.

Was ist eigentlich, wenn die Fahrgäste coronabedingt nun die ganze Saison ausbleiben, der „Kaffkieker“ das ganze Jahr nicht auf die Schiene kann und dementsprechend auch keine Einnahmen durch den Ticketverkauf in die Kasse strömen? „Das wäre nicht ganz so dramatisch, aber natürlich total schade“, meint der Betriebsleiter. Die VGH seien ein kommunales Unternehmen in öffentlicher Hand, weswegen die „Kaffkieker“-Fahrten durch die Gemeinden Syke, Bruchhausen-Vilsen und Hoya finanziert würden. „Allein mit den Erträgen aus den Ticketverkäufen wären die Kosten nicht zu decken“, erklärt Christian Schröder. Ob der Triebwagen nun fahre oder nicht, betriebsfähig müsse er in jedem Fall gehalten werden. Diese Kosten würden hingegen die VGH übernehmen.

Im Allgemeinen sei der wirtschaftliche Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens jedoch nicht von den „Kaffkieker“-Fahrten abhängig. „Die Verkehrsbetriebe leben vom Güter- und Linienbusverkehr, der ,Kaffkieker‘ ist somit eher als zusätzliches Angebot zu betrachten“, führt er aus.

Ähnlich wie die Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya mit den „Kaffkieker“-Fahrten warten auch die Freibäder der Samtgemeinde darauf, endlich öffnen zu dürfen. In Hoya würden die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren laufen, verrät Britta Grohs aus dem Rathaus. Normalerweise heiße das Bad die ersten Gäste Anfang Mai willkommen, der Saisonstart hänge aber neben der Corona-Lage auch vom Wetter ab. Darüber hinaus würde noch der Abschluss einiger Arbeitsverträge ausstehen. „Aktuell halten wir uns noch etwas zurück, weil wir eben nicht genau wissen, wann wir überhaupt öffnen dürfen. Noch sehe ich keine Option. Doch sobald ein Termin feststeht, können wir das Bad schnell funktionsbereit machen“, meint Britta Grohs. Dann könnte auch wieder das bereits erprobte Hygienekonzept aus dem vergangenen Jahr zum Tragen kommen. „Möglicherweise müssen wir es dann noch etwas modifizieren“, fügt sie hinzu.

Im Naturfreibad in Eystrup muss hingegen noch Einiges getan werden. „Eine Öffnung braucht eine gewisse Vorlaufzeit. Das können wir nicht mal eben so bewerkstelligen“, sagt Wilhelm Paul, der Vorsitzende des Vereins Naturfreibad Eystrup, der das Bad betreibt. Bänke müssten aufgestellt, Unkraut gejätet, der Rasen gemäht, der Strand vorbereitet und die Umkleidekabinen gesäubert werden. „Fast alle Mitglieder, die sich aktuell aktiv beteiligen, sind berufstätig, weswegen alle Vorbereitungen nach Feierabend erledigt werden müssen“, begründet er die längere Vorlaufzeit. Darüber hinaus benötige der Verein auch immer noch einen weiteren Rettungsschwimmer, der für die Aufsicht und die Sicherheit der Badegäste verantwortlich sei.

Egal wie oder wann, das Naturfreibad Eystrup solle um jeden Preis geöffnet werden, meint der Vorsitzende Wilhelm Paul. „Wir warten diesbezüglich nur auf den Startschuss und eine klare Ansage.“ Damit dann auch alles reibungslos ablaufen könne, erarbeite der Vorstand derzeit ein Hygiene- und Zugangskonzept.

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