Samtgemeinde plant mit privaten Investoren medizinisches Versorgungszentrum

Gemeinsam gegen den Hausärztemangel

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Frank Markus, Geschäftsführer der Specht-Gruppe, erläutert den Architektenentwurf für das geplante Seniorenzentrum.

Liebenau - Von Hartmut Grulke. Ein mögliches Konzept gegen den Hausärztemangel auf dem Land präsentierte die Samtgemeinde Liebenau gemeinsam mit privaten Investoren.

In Liebenau soll an der Pennigsehler Straße ein Seniorenzentrum entstehen. Noch in diesem Jahr will der Investor und Bauherr – die Specht Gruppe aus Bremen – den Bauantrag stellen. 

Specht-Geschäftsführer Frank Markus präsentierte das Projekt am Montag gemeinsam mit Sabrina Oldenburger, Geschäftsführerin der MVZ Management Gesellschaft Nord (Helios Gruppe), Samtgemeindebürgermeister Walter Eisner, Liebenaus Bürgermeisterin Margit Schmidt, der stellvertretende Samtgemeindedirektor Uwe Folk und Wirtschaftsförderer Christian Alvermann.

Fertigstellung im Jahr 2021

Die Bauherren rechnen mit einer Bauzeit von 12 bis 14 Monaten aus, sodass das Objekt im Jahr 2021 fertiggestellt werden könnte. Der Wohnbereich der zweistöckigen Anlage auf dem 7600 Quadratmeter großen Grundstück zwischen der Straße „Am Rehmen“ und der Pennigsehler Straße umfasst etwa 70 bis 80 Einzelzimmer.

Mit im Boot: Christian Alvermann, Margit Schmidt, Frank Markus, Walter Eisner, Sabrina Oldenburger und Uwe Folk

 „Die Kosten hierfür entsprechen dem Durchschnitt vergleichbarer Einrichtungen“, erklärte Frank Markus. Als Besonderheit sind neben den stationären Pflegeplätzen im Erdgeschoss Räume für Arztpraxen eingeplant. 

Die MVZ Management Gesellschaft Nord betreibt medizinische Versorgungszentren (MVZ) in Norddeutschland, unter anderem eines im Nienburger Krankenhaus. Sie könnte sich vorstellen, auch in den neuen Liebenauer Räumlichkeiten der Specht-Gruppe eine MVZ-Nebenstelle zu betreiben. Voraussetzung sei natürlich, dass man sich über die Modalitäten einige und dass Allgemeinmediziner oder Mediziner verwandter Fachrichtungen für diesen Standort gefunden werden, erklärt Sabrina Oldenburger.

Interesse bei Jungmedizinern wecken 

Verlockend könnte sein, dass Mediziner hier modernste Praxisräume vorfinden sowie angestellt im MVZ arbeiten können und sich somit die freiberufliche Existenzgründung mit all ihren Kosten und Risiken ersparen würden. Auch das Angebot, auf Teilzeitbasis arbeiten zu können, was bei freiberuflichen Ärzten kaum denkbar ist, soll für zusätzliches Interesse bei den Jungmedizinern sorgen.

„Selbstverständlich wären wir auch bei der Wohnraumbeschaffung für potenzielle Mediziner behilflich“, streut Christian Alvermann von der Wirtschaftsförderung Zweckverband „Linkes Weserufer“ ein. Liebenaus Samtgemeindebürgermeister Walter Eisner würde es sehr begrüßen, wenn sich interessierte Mediziner für den Standort Liebenau finden ließen. „Der Flecken Liebenau und die Samtgemeinde Liebenau leiden zur Zeit massiv unter dem Mangel an Allgemeinmedizinern und es wird in Zukunft nicht besser werden“, befürchtet Eisner. 

Unerwähnt sollte auch nicht bleiben, dass die neu zu errichtende Seniorenresidenz einen Wirtschaftsfaktor darstellt. Rund 50 Mitarbeite in verschiedenen Berufssparten sollen hier beschäftigt werden.

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