Erdreich-Tausch an der „Scharfen Ecke“ in Hoya soll im März beginnen

Sanierung mit Monsterbohrer

Hoya - Von Michael Wendt. Die „Scharfe Ecke“ in Hoya wird im März eine Großbaustelle – zumindest ist das eingesetzte Spezialgerät groß: ein kettengetriebener Spezialbohrer der Firma Strabag. Sie hat von der Stadt den Auftrag erhalten, das Erdreich von Schadstoffen zu befreien.

An der Kreuzung Lange Straße/Von-Staffhorst-Straße („Scharfe Ecke“ genannt) stand früher eine Textil-Reinigung, von der die Schadstoffe im Boden stammen. Die Stadt hat das Grundstück gekauft (wir berichteten). Ursprünglich sollte das Erdreich bereits 2016 gereinigt werden. Im September hatte der stellvertretende Stadtdirektor Rolf Walnsch jedoch im Stadtrat erklärt, dass das Ergebnis der Ausschreibung der nötigen Arbeiten nicht den Erwartungen entsprochen habe. Ohne konkrete Zahlen zu nennen, sprach Walnsch von „überhöhten Preisen“.

Firma Strabag hat Zuschlag bekommen

Deshalb schrieb die Stadt die Arbeiten am Erdreich erneut aus. Kürzlich erhielt die Bremer Niederlassung der österreichischen Firma Strabag den Zuschlag, wie Rolf Walnsch auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte.

Die Arbeiten an der „Scharfen Ecke“ sollen Mitte März beginnen und gliedern sich in drei ungefähr zweiwöchige Abschnitte:

– Baustellen-Einrichtung,

– Bodentausch,

– Rückbau.

Der Bodentausch wird auf jeden Fall zum Schauspiel, denn Strabag setzt ein Kettenfahrzeug mit einem 26 Meter hohen Ausleger ein, das mit einem Bohrer den Boden aus der Erde holt. Dieser Bohrer hat einen Durchmesser von anderthalb Metern. Das Fahrzeug wird bundesweit eingesetzt. Weil es mit 3,5 Metern Überbreite hat, wird es des Nachts nach Hoya gefahren.

In einem kleinen Bereich wird das Erdreich bis in acht Meter Tiefe ausgetauscht, auf dem Rest des Grundstücks vier Meter tief, sagt Rolf Walnsch und beschreibt das Verfahren: Die entstehenden Löcher werden sofort wieder mit frischem Sand verfüllt. Das verschmutzte Erdreich kommt in Container, die auf dem Nachbargrundstück, einer Grünfläche, stehen. Später werden diese zu einer Spezialfirma in Schleswig-Holstein transportiert, die die Erde von den Schadstoffen reinigt. Der Boden wird anschließend anderweitig verwandt und nicht erneut in Hoya eingebracht. Die Reinigungsarbeiten vergibt die Firma Strabag, die Stadt als Auftraggeberin der Gesamtmaßnahme hat damit nichts zu tun.

Grundwasserproben zur Erfolgskontrolle

„Zur Erfolgskontrolle werden im Nachhinein Grundwasserproben gezogen“, sagt Rolf Walnsch.

Austausch und Säuberung des Erdbodens kosten rund 400 000 Euro. Darin eingeschlossen sind der bereits erfolgte Abbruch der Gebäude sowie die Betreuung der Maßnahme durch Fachleute. 55 Prozent der Kosten erhält die Stadt aus Fördermitteln des Lands zurück. Wozu die Stadt das Grundstück nutzen möchte, hat sie bislang nicht erklärt.

Quelle: kreiszeitung.de

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