Planungsstand und Brückengeländer am Donnerstag  Thema im Bauausschuss

Weserbrücke in Nienburg: Sanierung schon mehrfach verschoben

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Die über 70 Jahre alte Weserbrücke ist eine wichtige Verkehrsader in Nienburgs Innenstadt.

Nienburg - von Leif Rullhusen.  Der Beton platzt ab und ihre Stahlkonstruktion rostet. Trotzdem hat die Stadt Nienburg die dringend notwendige  Sanierung der Weserbrücke zwischen Famila-Kreisel und Filmeck-Kreuzung bereits zwei Mal verschoben.

Geplant war die Sanierung der Brücke zunächst für 2018 dann für das vergangene Jahr. Am Donnerstag will sich die Stadtverwaltung im Bauausschuss zu einem neuen Termin äußern.

Haftungsrechtliche Übergangsfrist ist abgelaufen

Aktuell drängt die Zeit, wenigstens das Brückengeländer nachzurüsten. Im Zuge der Sanierungsvorbereitungen hatten Ingenieure festgestellt, dass dieses nicht mehr den aktuellen Vorschriften entspreche. Der Abstand der Sprossen sei zu groß, insbesondere Kleinkinder seien gefährdet. Ein Bestandsschutz bestehe nicht. Eine haftungsrechtliche Übergangsfrist ist mittlerweile ausgelaufen. Deshalb stand eine Nachrüstung des Geländers auf der Tagesordnung der vergangenen Bauausschusssitzung. Eine Entscheidung über 20 000 Euro teure Investition verschob das politische Gremium, weil die Stadt Detailfragen nicht beantworten konnte. Die Politiker wollten wissen, wie das zur Absicherung von der Stadt vorgeschlagene Drahtgeflecht vor Korrosion geschützt ist und ob das Drahtgeflecht über die ganze Brückenlänge angebracht werden muss. 

Absicherung muss über gesamte Länge erfolgen

Die Stadt hat nachgemessen. „Hierbei haben sich durchgängig Abstände von über 14 Zentimetern ergeben. Somit muss eine Absicherung ebenfalls über die gesamte Länge des Geländers erfolgen“, heißt es im Beschlussvorschlag der Stadt. Während damit die Nachrüstung des Geländers in der morgigen Sitzung des Bauausschusses gute Chancen hat, eine politische Mehrheit zu finden, ist ein Zeitpunkt für die gesamte Sanierung der über 70 Jahre alten Weserbrücke gegenwärtig noch völlig offen.

Der Abstand zwischen den Längssprossen des Geländers ist zu groß.

Vor zwei Jahren brachten Stadtverwaltung und Politik das 322000 Euro umfassende Sanierungspaket für die stark befahrene Brücke nach langer Diskussion auf den Weg. Da die daraufhin erfolgten Ausschreibungen zu keinem Ergebnis führten, verschob die Stadtverwaltung die Maßnahme. Wie Pressesprecherin Antonia Kleinert auf Blickpunkt-Nachfrage mitteilt, wird der zuständige Fachbereichsleiter imBauausschuss über den aktuellen Planungsstand berichten.

Handlungsbedarf nimmt von Tag zu Tag zu

Das wird auch Zeit, denn der Handlungsbedarf nimmt von Tag zu Tag zu: So empfahl das Ingenieurbüro Hahn aus der Wedemark bereits in seinem Brücken-Prüfbericht aus dem Jahr 2015 insbesondere eine kurzfristige Sanierung der Querträger und der Betonplatten im Bereich der Übergänge über dem Weserradweg und dem Anleger am Getreidespeicher, um weitere Betonabplatzungen zu vermeiden. An zahlreichen Stellen hatten sie Korrosion und weitere Betonabplatzungen mit freiliegender Bewehrung entdeckt. Insgesamt attestierten die Ingenieure dem vom Verkehr hoch frequentierten Bauwerk vor fünf Jahren noch einen ausreichenden Zustand.

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