Hibber und Schäferhündin sind Doppelweltmeister

Debby holt Herrchen den WM-Titel

Reiner und Claudia Naschke sind glücklich: Wo sonst die Teams der höchsten Fußball-Liga der Niederlande auflaufen, hat Schäferhündin Debby gemeinsam mit ihrem Herrchen den WM-Titel geholt.

Hibben/Tilburg - Von Johanna Müller. In den ersten Tagen zurück in Hibben (Gemeinde Stolzenau) konnte es Reiner Naschke kaum glauben: Er und seine „Debby vom Eisernen Kreuz“ sind tatsächlich Weltmeister – und das gleich doppelt.

Seit 30 Jahren ist der 56-Jährige im Hundesport aktiv. Genauso lange ist er beim Verein für Deutsche Schäferhunde in der Ortsgruppe Uchte. Nun durfte er zum ersten Mal mit einem seiner Hunden zur Weltmeisterschaft. Qualifiziert hatte sich das Duo dafür während der Deutschen Meisterschaft im August als Vizemeister der Bundessiegerprüfung der deutschen Schäferhunde in Oberhausen.

Bereits zwölf Mal war Naschke bei den Deutschen. Im Laufe der Jahre startete er dort mit fünf verschiedenen Hunden, doch erst mit Debby schaffte er es aufs Treppchen. Dass die fünfjährige Schäferhündin etwas Besonderes ist, merkte der erfahrene Trainer schon, als sie klein war. „Dass sie Talent hat, habe ich schon erkannt, als sie noch ein junger Hund war. Und ich habe immer an sie geglaubt“, sagt Naschke. Und der Hibber sollte mit seiner Einschätzung recht behalten.

Als letzte am Start

Dabei war die WM in den Niederlanden kein einfacher Wettbewerb für Debby. Für vier Tage ging es für die Familie nach Tilburg. Vor den eigentlichen Prüfungen standen noch medizinische Tests und viele Trainingseinheiten an. Dann mussten Debby und ihr Herrchen warten. Denn als läufige Hündin startete sie erst nach den anderen Teilnehmern, um die Rüden nicht abzulenken. „Das war kein Vorteil, aber es hat alles gut hingehauen“, sagt Naschke.

Direkt in der Abteilung A „Fährte“ überzeugte Debby die Richter und holte die Note „Vorzüglich“. Von den 130 Schäferhunden schafften das nur vier. In den anderen beiden Disziplinen „Unterordnung“ und „Schutzdienst“ waren Reiner Naschke und seine Hündin jeweils die letzten Starter.

Nachdem Debby in der Abteilung B „Unterordnung“ mit 96 von 100 Punkten ebenfalls ein „Vorzüglich“ erhielt, benötigten die beiden noch 91 Punkte, um Weltmeister zu werden. „Nun schien alles möglich“, erinnert sich Ehefrau Claudia Naschke, die das Team in Tilburg unterstützt hat.

Um 15.40 Uhr startete das Duo am 8. Oktober dann in der Abteilung C „Schutzdienst“. Im Stadion herrschte außer dem jeweiligen Szenenapplaus eine Totenstille. Als der Richter 20 Minuten später die Wertung abgab und die Leistung der beiden mit 94 Punkten, also „sehr gut“, bewertete, war es besiegelt: Reiner Naschke und Debby sind die neuen Weltmeister.

Stimmungsvolle Siegerehrung. 

Als einzige Teilnehmerin erreichte Debby in der Gesamtwertung ein „Vorzüglich“. Und es gab noch mehr Grund zum Jubeln: Das Deutsche Team, welches aus Reiner Naschke mit Debby und fünf weiteren Startern mit ihren Hunden bestand, wurde Mannschaftsweltmeister.

„Dass alles so gut läuft, damit konnte man nicht rechnen“, sagt Naschke, der seinem Trainer und Übungskameraden Nico Kertzinger, dem gesamten Trainingsteam sowie seiner Familie und Freunden für die Unterstützung sehr dankbar ist. Sein besonderer Dank gilt dem SV Nendorf, der es ihm ermöglicht, den Sportplatz als gelegentliches Trainingsgelände zu nutzen.

Naschke ist dankbar

Es gehöre für so einen Erfolg auch immer etwas Glück dazu, erklärt er. Doch auch viel Arbeit steckt dort drin. In der Vorbereitung für die Prüfungen trainierte Naschke jeden Tag mit seiner Debby. „Die Hunde müssen in Form bleiben“, erklärt der 56-Jährige. Nach großen Prüfungen hat sich das Team aber schon ein bisschen Ruhe gegönnt.

Jetzt darf Debby eine längere Pause einlegen. War sie während der Weltmeisterschaft Anfang Oktober noch „heiß“, wie Naschke es nennt, ist sie nun „belegt“. Die Familie hofft also darauf, im kommenden Jahr Welpen zu bekommen. Sobald diese auf der Welt sind, soll es aber für die Erfolgshündin wieder auf die Wettkampf-Bühne gehen.

Debby und ihre Auszeichnungen. 

Als amtierende Weltmeister dürfen Naschke und Debby versuchen, ihren Titel bei der kommenden Weltmeisterschaft in Dänemark zu verteidigen. Das wollen sie sich nicht entgehen lassen. „Wann hat man schon mal die Chance das zu schaffen? Ich bin froh, so eine Hündin zu haben, und wir werden wieder antreten“, sagt der stolze Hundebesitzer. Schließlich habe Debby die absolut höchste Auszeichnung erhalten, die es für einen Schäferhund gibt – und das auch noch als erste Hündin überhaupt.

Quelle: kreiszeitung.de

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