Weserfähre Schweringen für Inspektion erstmals an Land gezogen / Ab morgen planmäßiger Betrieb

Wie die Schale zur Banane

Realverbands-Geschäftsführer Friedrich Immoor (im weißen Hemd) beim „Zu-Wasser-Lassen“ der renovierten Weserfähre.

Schweringen - (ahe) · Die Weserfähre gehört zu Schweringen wie die Schale zur Banane – ohne sie ist es irgendwie nicht vorstellbar. Ebenso unrealistisch erschien in den vergangenen zehn Jahren die Möglichkeit, dass das Schiff jemals seine gewohnte Umgebung verlässt. Bis vor zwei Wochen.

Nun stand sie an, die Überprüfung der Zentralstelle Schiffsuntersuchungskommission. Mit einer Art Röntgengerät überprüften die eigens aus Magdeburg angereisten Sachverständigen die Dicke der Stahlplatten am Unterboden. Mit dem Ergebnis, dass die Fähre bestens in Schuss ist, „Daumen hoch“. Dieser Akt der Überprüfung war ein leichter. Viel schwerer wog – im wahrsten Sinne des Wortes – der Aufwand, das Schiff an Land zu holen. „Wir brauchten ein Abschleppunternehmen, das in der Lage ist, 40 Tonnen zu ziehen“, berichtet Fährmann Christian Müller. Gesagt, getan. Auf Eisenrollen bewegte sich die Weserfähre im Schneckentempo auf den Steg.

„Alle Fährinteressenten (Eigentümer ist der Realverband Strohfelder Schweringen, d. Red.), Fährfrauen und Landwirte haben mit angepackt“, freut sich Müller über die erfolgreichen Modernisierungsarbeiten. Die Besitzer hatten die Gunst der Stunde genutzt und mit rund 250 Kilogramm Speziallack den Unterwasserbereich, das Deck und einige Teile neu gestrichen. Nicht renoviert, sondern völlig neu ist der Antrieb der Weserfähre. „Der alte Motor tuckerte ganz gemütlich“, beschreibt Christian Müller das Geräusch, das ihm zu seinen Fährtagen – immer donnerstagsnachmittags – fortan fehlen wird. „Wir schließen die Fähre an das Stromnetz an. Mit einem Elektromotor fahren wir umweltfreundlicher und kostengünstiger. Der hält ewig“, versteht Müller die Umstellung. Die technische Umsetzung erledigten die Fährfreunde aus Wettin (Sachsen-Anhalt). „Eine große Hilfe“, dankt Müller.

Vorgestern ließen sie den 40-Tonnen-Koloss zu Wasser. Bereits morgen verkehrt die Fähre wieder planmäßig. Auf die nächsten zehn Jahre.

Quelle: kreiszeitung.de

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