Schaurige Abgründe made in Schweringen

Tomas Cramer veröffentlicht seinen zweiten Krimi: „Frostland“

Autor Tomas Cramer lässt in „Frostland“ den unkonventionellen Privatermittler Frank Gerdes ein Netz von Handlungsfäden knüpfen, die nach und nach aufgelöst werden. Auch Cramer selbst ist ein akribischer Ermittler: Für seine Bücher (nicht nur Krimis) recherchiert er intensiv an maßgeblichen Orten, in Institutionen und Archiven. Foto: Heide Wirtz-Naujoks
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Autor Tomas Cramer lässt in „Frostland“ den unkonventionellen Privatermittler Frank Gerdes ein Netz von Handlungsfäden knüpfen, die nach und nach aufgelöst werden. Auch Cramer selbst ist ein akribischer Ermittler: Für seine Bücher (nicht nur Krimis) recherchiert er intensiv an maßgeblichen Orten, in Institutionen und Archiven.

Schweringen - Von Heide Wirtz-Naujoks. Der Schweringer Schriftsteller Tomas Cramer hat Anfang März dieses Jahres seinen zweiten Kriminalroman mit dem Titel „Frostland“ vorgelegt. Der Ort der Handlung befindet sich auf der Nordseeinsel Norderney, wo während eisiger Winterkälte zwei Morde das beschauliche Inselleben erschüttern. Der Hamburger Privatermittler Frank Gerdes begibt sich auf die Spurensuche, als die polizeilichen Ermittlungen ins Stocken geraten.

Der Autor Tomas Cramer verleiht seinen Schauplätzen gerne ein Lokalkolorit, das er aus eigenem Erleben gut kennt. Sein Krimi-Erstling „Novemberblut“ spielt in der niedersächsischen Kleinstadt Cloppenburg, in der er aufgewachsen ist.

Protagonist Frank Gerdes wird in dem Fall mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Er verkörpert einen sympathischen Anti-Helden mit Identifikationspotenzial. Die Schilderung seiner Ermittlungsarbeit und die Beschreibung der Handlungsorte zeichnen sich durch einen hohen Wiedererkennungswert aus. Nicht nur reale Straßenzüge und Gebäude werden authentisch beschrieben, auch die Figuren werden so treffsicher porträtiert, dass der Leser meinen könnte, die eine oder die andere Person bereits zu kennen.

Tomas Carmer - ein Schreiber mit Gespür für Bilder

Cramer ist ein Autor mit einem Gespür für Bilder. In präzisen erzählerischen Nahaufnahmen konzentriert er sich auf die Charaktere und deren Beziehungen, er lässt seinen Figuren in den Erzählsträngen Raum, um sich zu entfalten. Ländliche Idylle und ein gediegenes Kleinstadtpanorama verbergen schaurige Abgründe und fördern so manche Überraschung zutage.

In „Novemberblut“ liefern der Zufall und die Erinnerung entscheidende Hinweise zur Aufklärung eines neu aufgerollten Falls aus den 1980-er Jahren. Die unkonventionellen Ermittlungsmethoden des Frank Gerdes, angereichert mit Humor, pointierten Dialogen und gut dosiertem Nervenkitzel werden zum Lesevergnügen. Cramers Geschichten kommen nicht ganz ohne Action, jedoch ohne blutrünstiges Szenario aus. Für den Autor stehen die psychologischen Hintergründe seiner Charaktere im Vordergrund. Fast immer geht es um verletzte Eitelkeiten, Schuld oder andere Dinge, die tief in der Seele schlummern.

Nesser und Mankell als Vorbilder

Der neue Roman „Frostland“ verspricht einen spannenden Ausflug auf die winterliche Insel Norderney. Der ehemalige Chefarzt der Inselklinik und der örtliche Gemeindepfarrer sind einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Ermittler Gerdes stößt dabei schnell auf Ungereimtheiten und dubiose Machenschaften. Er knüpft ein ganzes Netz von Handlungsfäden, die nach und nach aufgelöst werden.

Für eine realistisch nachvollziehbare Abbildung seiner Roman-Ideen recherchiert Tomas Cramer intensiv an Orten, Institutionen und in Archiven. So bildet er ein sicheres Fundament für sein literarisches Schaffen. Auch autobiografische Erfahrungen und Begebenheiten fließen in die Texte ein. Das Genre des Kriminalromans hat Tomas Cramer erst in den vergangenen Jahren für sich entdeckt. Zu seinen Vorbildern gehören namhafte zeitgenössische skandinavische Krimiautoren wie Håkan Nesser und Henning Mankell.

Sowohl die Landschaften der norddeutschen Tiefebene als auch die große Weite und Einsamkeit in höheren nördlichen Breiten regen die Vorstellungskraft des Schweringer Autors zu seinen schaurig-schönen Geschichten an. Die Liebe zur Natur und die Sehnsucht nach klarer, kühler Meeresluft begleiten Cramer seit Kindertagen. Er ist eben ein waschechtes Nordlicht.

Sein neuer Roman „Frostland“ sollte nicht nur Norderney-Fans neugierig machen: Den Leser des Krimis erwartet gute Unterhaltung im besten Sinne.

Zur Info: Die Krimis

Tomas Cramer verfasst nicht ausschließlich Krimis, an dieser Stelle soll jedoch nur auf die Neuerscheinung „Frostland“ sowie den ersten Cramer-Krimi hingewiesen werden.

„Frostland“ ist in der Reihe „Niemeyer Krimi“ bei der CW Niemeyer Buchverlage GmbH, Hameln, als Taschenbuch erschienen.

ISBN 978-3-8271-9555-5, 480 Seiten, Preis: 15 Euro

„Novemberblut“ ist in zweiter Auflage als neue Ausgabe ebenfalls in das Programm des Hamelner Verlags aufgenommen worden.

ISBN 978-3-8271-9557-9, 480 Seiten, Preis: 14 Euro

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