Ausschuss vertagt zweiten Teil des Bebauungsplans „Führse Niederung“

Nienburgs Politik schickt Neubaugebiet in die Warteschleife

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Die Führse trennt das zukünftige Neubaugebiet in Erichshagen-Wölpe vom Freibad und von der Schule.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Schon wieder die Führse-Brücken: Eigentlich hatte der Bauausschuss der Stadt Nienburg dem Rat den Bau beider Bachquerungen vor drei Wochen nach langer Debatte bereits empfohlen.

Nun waren die Brücken im Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstagabend erneut Anlass zu ausführlichen Diskussionen – mit dem Ergebnis, dass das politische Gremium den Bebauungsplan „Führse Niederung, Teil B“ deshalb in die Warteschleife schickte.

Änderungspunkt führt zu Vertagung

Auf der Tagesordnung stand der Bebauungsplan eigentlich nur, weil die Ausschussmitglieder vor zwei Jahren zwei Ergänzung des damaligen Plans forderten. Die hat die Stadtverwaltung nun in dem aktuellen Plan berücksichtigt. Eine davon war, die Verwaltung mit der Planung für die Führse-Brücke zwischen dem Neubaugebiet in Erichshagen-Wölpe und dem Freibad in Holtorf zu beauftragen. Genau dieser Änderungspunkt führte nun zu einer Vertagung.

Politiker zweifeln an Notwendigkeit von zwei Brücken

Anlass der Debatte ist, dass neben der geplanten Brücke, eine zweite – wenige hundert Meter weiter nördlich – durch einen Neubau ersetzt werden muss. Die Politiker zweifeln nun, dass in diesem kleinen Bereich zwei Brücken erforderlich sind. „Es wäre sinnvoller, nur eine Brücke zu bauen und das Geld in andere Maßnahmen zum Radwegeausbau stecken“, argumentierte Heiner Werner (FDP). Grünen-Fraktionschef Peter Schmithüsen könnte ebenfalls auf eine zweite Brücke verzichten. Der Brückenneubau entscheide schließlich lediglich, auf welcher Seite der Führse man entlangfahre. Einziger Haken: Derzeit gibt es nur am linker Führse-Ufer einen Weg.

Bürgermeister Onkes: Zwei Brücken sind sinnvoll

Bürgermeister Henning Onkes verteidigte den Bau beider Brücken. „Es soll hoch attraktiv für die Anwohner sein, das Auto stehen zu lassen. Deshalb sind zwei Brücken an dieser Hauptachse sinnvoll“, erklärte der Verwaltungschef.

Am südwestlichen Rand des geplanten Baugebietes soll die Brücke die Führse überqueren. 

Frank Podehl (WG) verdeutlichte, dass nicht der geringe Abstand zwischen den Brücken das entscheidende Argument sei. Vielmehr würde der Schulweg der Kinder aus dem Neubaugebiet ohne die geplante Brücke über die viel befahrene Wölper Straße führen. „Ich spreche mich deshalb ganz klar für die Brücke aus“, erklärte Podehl und stimmte dann doch einer Vertagung zu. Das taten alle Politiker des Gremiums, mit Ausnahme von Philipp Keßler (SPD), der zuvor ganz deutlich die Wichtigkeit beider Bauwerke betont hatte. Verwundert war der Ausschussvorsitzende über die Diskussion und die anschließende Entscheidung zur Vertagung. „Der gleiche Ausschuss hat vor einiger Zeit gesagt, er findet die zweite Brücke gut. Sie sei charmant“, erinnerte Klaas Warnecke etwas irritiert die Mitglieder.

Gestiegene Baukosten

Anlass der Zweifel seitens des politischen Gremiums sind die gestiegenen Baukosten, die pro Brücke knapp 200 000 Euro betragen. Im Falle des Neubaus übernimmt die Volksbank, die das Neubaugebiet vermarktet, 50 000 Euro. Hier will die Stadt noch nachverhandeln, um den Betrag zu erhöhen.

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