HDL sieht „Pflicht“ zur Beteiligung / Kulturzentrum braucht 900 000 Euro

Schloss und Martinskirche in Hoya als dicke Brocken

Das ehemalige Grafen-Schloss in Hoya ist inzwischen im Besitz der Stadt. Eine Bürgerstiftung mit etwa 100 Leuten bemüht sich derzeit um Ideen für die künftige Nutzung des geschichtsträchigen Bauwerks. ·
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Das ehemalige Grafen-Schloss in Hoya ist inzwischen im Besitz der Stadt. Eine Bürgerstiftung mit etwa 100 Leuten bemüht sich derzeit um Ideen für die künftige Nutzung des geschichtsträchigen Bauwerks. ·

Hoya - Von Kurt HenschelÜber zwei dicke Brocken sprachen die Mitglieder der Hoya-Diepholz‘schen Landschaft (HDL) während ihrer jüngsten Sitzung im „Gasthaus zur Post“ in Neubruchhausen: Das Schloss und die Martins kirche in Hoya. Beide befinden sich inzwischen im Besitz der Stadt Hoya, doch die HDL sieht sich in der Pflicht, sich ideel und finanziell zu beteiligen.

Das Hoyaer Schloss, das laut Aussage von Landschafts-Präsident Werner von Behr ein „ehemaliges Schloss“ sei, weil der Turm fehle, gehört nicht mehr dem Land Niedersachsen, sondern der Grafenstadt. Dort suchen Verantwortliche und Interessierte (eine Bürgerstiftung, der rund 100 Leute angehören) nach Möglichkeiten der künftigen Nutzung der imposanten Immobilie. „Es ist unsere Pflicht, uns einzubringen, denn das ehemalige Schloss ist auch ein wesentlicher Teil der Geschichte der Hoya-Diep holz‘schen Landschaft“, so Werner von Behr: „Erst durch Wandel können wir Dinge wertschätzen, die mit unserer Geschichte eng verbunden sind“, schob der Präsident nach. Derzeit laufe eine bauhistorische Untersuchung, so von Behr. Er selbst hält eine „multifunktionale Nutzung“ des ehemaligen Schlosses für wahrscheinlich.

Ein weiteres Bauwerk der besonderen Art ist die Martinskirche in Hoya. Das ehemalige Gotteshaus am Ende der Kirchstraße sollte einst der Abriss-Birne zum Opfer fallen, ehe der Beschluss fiel, sie zu erhalten und als Kulturzentrum zu nutzen. Es gründete sich 1984 die „Stiftung Martinskirche“, deren Verantwortliche den Erhalt des Gebäudes weitgehend durch Spenden finanzierten. Zehn Jahre lang hatte beispielsweise der in Kalifornien (USA) lebende Hoyaer Ehrenbürger Ernst-Dieter Schröder per anno 10 000 Mark an die Stiftung überwiesen.

Zu denen, die ihren Beitrag leisteten, gehörte auch die Hoya-Diep holz‘sche Landschaft. Präsident Werner von Behr berichtete im Verlauf der Landtagssitzung, dass das Jahr 2013 „von kleineren Maßnahmen an der Martinskirche“ geprägt gewesen sei. Es seien die Nutzungsgebühren erhöht worden, um die Kosten für Energie und Personal bei sinkenden Erträgen aus dem Stiftungsvermögen ein wenig besser auffangen zu können. Ein Tropfen auf heißem Stein – denn: Rund 900 000 Euro müssten in Kürze her, um dringende Sanierungen vornehmen zu können.

Seit Gründung der Stiftung sei keine Grundinstandsetzung erfolgt, berichtete Werner von Behr. Ein Antrag auf Zuschuss aus dem Topf der Städtebauförderung sei beim Land Niedersachsen eingereicht worden, bestätigte Hoyas Stadtdirektor Detlef Meyer auf Nachfrage.

„Das war im Mai, da war der Antrag aus Hoya der erste, der vorlag. Jetzt sind es bereits 46 Anträge“, erklärte von Behr. Selbst wenn Hoya für das 900 000 Euro dicke Paket ein Drittel bezuschusst bekäme, „bleiben immer noch 600 000. Die kann die Stiftung nicht schultern“, sagte der HDL-Präsident. Er wisse, dass die Stiftung auf der Suche nach weiteren Förderern beziehungsweise Co-Finanzierern ist. „Wen wir ansprechen, hängt von der Höhe des Zuschusses aus den Mitteln der Städtebauförderung ab“, so Detlef Meyer.

Über eine mögliche Beteiligung der Hoya-Diep holz‘schen Landschaft an der Sanierung der Außenhülle, der Fenster, des Daches, des Mauerwerks sowie des Blitzschutzes der ehemaligen Martins kirche diskutierten die HDL-Mitglieder im Verlauf der Jahres-Zusammenkunft in Neubruchhausen (noch) nicht.

Quelle: kreiszeitung.de

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