Drei Stundengebete an jedem Tag

Die schöne Stille hören

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Nienburg - LOCCUM · Zu allen Zeiten sind Gebet und Stille zentrale Elemente des Lebens im Kloster Loccum gewesen. Auch im Jubiläumshalbjahr kann jeder Besucher sie im Stundengebet – der Hora – erleben.

„Stell dir vor, du bist ein Mönch und setzt dich ins Chorgestühl. Mach die Augen zu und lausche. Kannst du die schöne Stille hören?“ Zoe ist erst zehn Jahre alt, als sie diese Zeilen für einen Loccumer Kinderklosterführer schreibt. Diese Stille, der Menschen seit mehr als acht Jahrhunderten in der Klosterkirche lauschen, hat aber auch das Mädchen sofort in ihren Bann geschlagen. Von Anbeginn an, seit die Kirche – wenige Jahre nachdem der Zisterzienserorden das Land um die Burg Lucca geschenkt bekam – gebaut wurde, ist diese Stille ein sehr zentrales Element der Geistlichkeit und des Glaubens hinter den Klostermauern gewesen.

Zu Ordenszeiten waren es sieben Zeiten täglich, in denen die Mönche die Stille besonders intensiv spürten – immer dann, wenn sie sich zu den Stundengebeten trafen. Die drei Elemente dieser Gebete – beten, singen und schweigen – haben in Loccum die Jahrhunderte überdauert, sind auch mit der Reformation des Klosters nicht verschwunden und werden noch heute praktiziert.

Ruhender Pol

im Festjahr

An jedem Tag um 18 Uhr werden die Kerzen auf den hohen Lehnen zwischen den Sitzen des Chorgestühls entzündet, lassen sich Menschen dort nieder und feiern gemeinsam die Hora. Viele, die diese kurze Andacht erlebt haben, sind mit einem ähnlichen Gefühl wie Zoe wieder gegangen.

Das wird auch in den Jubiläumsmonaten nicht anders sein und sogar noch ausgeweitet. Von montags bis sonnabends lädt das Kloster vom 22. März bis zum 31. Oktober jeweils für 12 Uhr, 15 Uhr und für 18 Uhr zu den Stundengebeten ein. Mehr als 500 Mal wird in diesen Monaten für einige Minuten das Schweigen die Kirche beherrschen. Wer mag, kann jeweils eine Stunde zuvor eine der Führungen durch das Kloster in Anspruch nehmen.

In dem Rummel um das Jubiläum, in dem Gewimmel, das Konzerte, Musicals, Lesungen und Feste mit sich bringen, sollen diese Minuten der ruhende Pol sein, in dem sich alle darauf besinnen, zu welchem Zweck das Kloster errichtet wurde: die Lobpreisung Gottes.

Es bleibt abzuwarten, was es sein wird, woran sich die Gäste nach dem Besuch des Klosters erinnern werden: Die Orgelkonzerte, die Lesungen von Günter Grass und Betrachtungen von Margot Käßmann, das Konzert von Mousse T – oder doch eher die schöne Stille.

· ade

Quelle: kreiszeitung.de

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