„Hackday“ am Johann-Beckmann-Gymnasium in Hoya / Jugendliche stellen Prototypen her

Aus Schülern werden Wissenschaftler

In der „Tüftelwerkstatt“, dem Raum 45 des Gymnasiums, präsentieren Schüler-Teams ihre Ideen, die sie in funktionierende Prototypen umgesetzt hatten. Foto: Horst Friedrichs

Hoya - Von Horst Friedrichs. Ein Föhn bläst heiße Luft ins System. Gebannt schauen die Schüler zu, wie ihre Erfindung reagiert. Und da: Eben noch in einem freundlichen Blau, färbt sich das Display des „Klimaregulators“ feuerrot. Will in der Praxis unter anderem heißen: Jetzt ist die 25 Grad Celsius-Marke im Klassenzimmer überschritten, und die Luft ist stickig. Eine andere Tüftelei nennt sich „Tofi – der Toilettenfinder“ und meldet in die Klassenräume, in welcher der drei Schultoiletten es freie Kabinen gibt. Solche und andere nützliche Sachen aus der „Tüftelwerkstatt“ stellten technikbegeisterte Gymnasiasten jetzt im Johann-Beckmann-Gymnasium Hoya vor.

Anlass dazu war ein Projekt, in dessen Rahmen Schüler Ideen entwickelten, die ihre Schule noch besser machen könnten: Die „Tüftelwerkstatt“ im Klassenraum 45 war der Ort des Geschehens, in dem das Projekt „Make Your School – Eure Ideenwerkstatt“ für 35 Schüler von der achten bis zur elften Klasse Wirklichkeit wurde. Zweieinhalb Tage dauerten die Vorbereitungen der neun Teams, bis sie ihre funktionierenden Modelle präsentieren konnten. Anhand von Prototypen zeigten die Schüler, wie solche Ideen realisiert werden können. Technische Hilfsmittel wie Werkzeuge, Sensoren, Aktoren und Mikrocontroller waren den Schülern vom Projekt „Make Your School“ im Rahmen der sogenannten Hackdays zur Verfügung gestellt worden. Zusätzlich benötigtes Material konnten sie im örtlichen Baumarkt einkaufen. Die Begriffe Hackdays und Hacking stehen in diesem Fall für kreatives Tüfteln.

„Das Gymnasium in Hoya ist hervorragend ausgestattet“, stellte Pressesprecherin Franziska Schultheis aus Berlin vom Projekt „Make Your School“ fest. „Wir kommen viel in Deutschland herum. Zahlreiche Gymnasien sind in schlechterem Zustand.“

Die idealen Voraussetzungen im Gymnasium der Grafenstadt zahlten sich aus, als die Schüler nach dem Brainstorming begannen, ihre Ideen in die Praxis umzusetzen. Denn es mangelte an nichts, als es galt, die Ideen mithilfe von anschaulich arbeitenden Modellen darzustellen.

Als Förderer im Hintergrund wirkten dabei „Wissenschaft im Dialog“, eine Initiative der deutschen Wissenschaft, sowie die Klaus-Tschira-Stiftung, eine der großen Stiftung Europas, die Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik unterstützt, mit.

Insgesamt neun verschiedene Prototypen hatten die Hackday-Teams des Johann-Beckmann-Gymnasiums ersonnen und konstruiert. Neben dem Toilettenfinder und dem Klimaregulator, der neben der Temperatur auch Luftfeuchtigkeit, Luftqualität und Helligkeit misst und Empfehlungen zur Verbesserung gibt, waren dies unter anderem ein automatischer Tafelwischer, ein Essensmarkenautomat, ein Parkplatzmelder „Catch your Spot“, der „IDC – Identity Check“ zum Betreten von Klassenräumen, der „Smarte Mülleimer“ mit der Meldung des Füllstands, „Easy Room“ zum schnelleren Finden von Klassenräumen und „Planner4School“ als Hilfe zum leichteren Lernen.

Quelle: kreiszeitung.de

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