„Big Six“ spiegeln sich in Nienburg wider

Schuldnerberatung des Paritätischen stellt Jahresbericht vor

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Wolfgang Lippel von der Schuldnerberatung des Paritätischen erwartet 2018 keine besonderen Veränderungen, was die Anzahl seiner Klienten angeht.

Landkreis - Die Schuldnerberatung des Paritätischen Nienburg kümmert sich seit 32 Jahren um Menschen, denen die eigenen Finanzen über den Kopf gewachsen sind. Die außergewöhnlich lange Geschichte der Beratungseinrichtung birgt noch eine Besonderheit: Die personelle Besetzung hat sich mit Diplom-Betriebswirt Wolfgang Lippel seit 32 Jahren nicht geändert. Nun stellt der Paritätische den Jahresbericht 2017 vor. Die Probleme der Schuldner bleiben auch nach drei Jahrzehnten gleich.

Die Hauptursachen für die Überschuldung – die im etablierten IFF-Überschuldungsreport sogenannten Big Six – sind weiterhin Arbeitslosigkeit, Einkommensarmut, gescheiterte berufliche Selbstständigkeit, unvernünftiges Konsumverhalten, Krankheit/Sucht sowie die Trennung vom Partner.

Die Erfahrung hat auch Wolfgang Lippel gemacht: „Die Big Six haben sich bei uns in Nienburg immer widergespiegelt.“ Allerdings komme es kaum bis gar nicht vor, dass ein einziger der Gründe verantwortlich für eine Verschuldung ist. Vielmehr seien es Kombinationen: Beispielsweise sei eine langfristige Krankheit in den meisten Fällen auch mit einem geringen Einkommen verbunden.

Die Beratungszeiträume der Schuldnerberatung des Paritätischen Nienburg von 2008 bis 2017.

Im vergangenen Jahr hat Lippel insgesamt 140 Personen beraten – eine leichte Abnahme gegenüber dem Vorjahr, aber immer noch eine höhere Zahl als in den Jahren davor. Die kurzfristige Abnahme komme daher, dass der Schuldenexperte vermehrt kürzere Gesprächszeiträume angeboten hätte, die zuvor vernachlässigt wurden. Hinzu kamen mehr als 40 Einmal-, Telefon- und E-Mail-Beratungen. Im gleichen Zeitraum stellte Lippel 91 Bescheinigungen über unpfändbare Beträge bei Pfändungsschutzkonten aus. 

 Wer mit Lippel sprach, tat das in den meisten Fällen nicht besonders lange. Der Großteil, rund 75 Prozent, blieb kein ganzes Jahr lang im engen Kontakt zum Paritätischen. Nur ein Viertel der Betroffenen ließ sich bereits länger als ein Jahr lang beraten. Vergleichsweise befanden sich 2011 noch mehr als 50 Prozent der Verschuldeten in Beratungszeiträumen über einem Jahr.

Für das laufende Jahr zieht Lippel eine Prognose: Es bleibt, wie es ist, zumindest vorerst. „Ich glaube, dass sich die Anzahl der Beratungen im Bereich der vergangenen Jahre bewegen wird – ob nun 145 oder 138. Ich sehe da keine großen Schwankungen.“  - rtg

Quelle: kreiszeitung.de

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