Schwarzes Kreuz startet Projekt / „Junge Straffällige brauchen Orientierung“

Kleine Jugendarrestanstalt rückt in den Blickpunkt

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In der Jugendarrestanstalt (JAA) Nienburg startet das „Schwarze Kreuz“ ein neues Projekt.

Nienburg/Celle - Das Kreishaus in Nienburg liegt ihr direkt gegenüber. Während der Verwaltungs-Sitz des Landkreises täglich eine öffentliche Rolle spielt und die Menschen dort ein- und ausgehen, ist in der Nachbarschaft eher Abgeschiedenheit angesagt: In der Jugendarrestanstalt (JAA) ist selten Bewegung zu sehen, obwohl in dem Gebäude sehr wohl Leben herrscht. Bis zu 25 Plätze für Jungen im Alter von 14 bis 21 Jahren sind in dieser kleinsten Einrichtung der Justizvollzugsanstalt (JVA) Vechta vorhanden. Nun rückt die JAA wegen eines Projekts des Schwarzen Kreuzes in den Blickpunkt des Interesses.

„Ein Leben mit Kriminalität ist nichts, was sich Jugendliche wünschen“, erläutert Esther Birr. Dafür sei es viel zu sehr geprägt von Angst und Stress. „Jugendliche Straffällige kennen aber oft kein ,normales Leben‘ und wissen nicht, wie man das hinbekommt.“ Birr leitet ein neues Projekt, für das das Schwarze Kreuz Menschen sucht, die sich um die Jugendlichen kümmern.

Konkret geht es um Jugendliche aus der Jugendarrestanstalt (JAA) Nienburg, deren aktuelle Belegungs-Zahl uns gestern auf Nachfrage ein Mitarbeiter der JVA in Vechta wegen „Sicherheitsbedenken“ nicht nennen wollte. Die jungen Leute in der JAA in Nienburg will Birr – wie bereits berichtet – vor dem „richtigen“ Knast bewahren. „Die Jugendlichen brauchen Menschen, die sich für sie interessieren und an denen sie sich orientieren können“, so die Projekt-Leiterin der christlichen Straffälligenhilfe Schwarzes Kreuz.

Menschen verschiedenen Alters mit verschiedenen Lebenshintergründen, die sich zunächst viermal mit Arrestanten der JAA Nienburg treffen, stehen auf Birrs Wunschzettel. Sie hat für diese Menschen ein Informations- und Vorbereitungstreffen für Freitag, 30. Januar, organisiert. Um 18 Uhr sollen sich Interessierte in der JAA Nienburg einfinden, müssen sich dafür aber unbedingt in der Geschäftsstelle des Schwarzen Kreuzes in Celle unter Telefon 05141/946160 anmelden.

Familie und Freunde der Jugendlichen hätten oft selbst mit Schulden, Sucht und Arbeitslosigkeit zu tun und böten wenig Hilfe. Der gute Vorsatz der Jugendlichen „Nie wieder Knast!“ scheitere daher oft, so Birr.

Das Schwarze Kreuz hilft seit 1925 bundesweit Straffälligen. Sein Anliegen ist es, Inhaftierte in eine bessere Zukunft ohne Straftaten zu begleiten und damit gleichzeitig neues Leid und neue Opfer zu verhindern. Das geschehe laut Ester Birr vor allem über Brief- und Besuchskontakte und über Arbeitskreise in den Gefängnissen.

Die Geschäftsstelle in Celle begleitet und berät die rund 450 Ehrenamtlichen sowie die Inhaftierten und organisiert Seminare für sie. Die christliche Straffälligenhilfe Schwarzes Kreuz hilft seit 1925 bundesweit Straffälligen und ihren Angehörigen durch ehren- und hauptamtliche Kräfte.

hen

Weitere Informationen über das Schwarze Kreuz und das Projekt gibt es im Internet unter

www.naechstenliebe-befreit.de/terminkalender

Quelle: kreiszeitung.de

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