Lösung bekannt gegeben 

Schweringer Glocke wird neu gewidmet

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Unbekannte flexten kurz vor Ostern die Inschrift und das Hakenkreuz von der Glocke. Trotzdem ging der Streit um sie weiter. Nun scheint eine Lösung gefunden zu sein.

Schweringen - Von Rebecca Göllner. Schon lange beschäftigt das Thema „Nazi-Glocke“ die Gemeinde Schweringen und ihre Einwohner und führte zum Teil zu hitzigen Diskussionen. Doch jetzt könnte Ruhe einzukehren. Eine Lösung für den weiteren Umgang mit der Glocke ist gefunden. Das geben der Kapellenvorstand Schweringen und das Landeskirchenamt der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover jetzt in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt.

„Der Kapellenvorstand Schweringen und das Landeskirchenamt haben eine Lösung gefunden. Auf die Glocke sollen neue Symbole und eine neue Inschrift oder eine Überdeckung der alten Inschrift gelötet werden. Dieses Vorgehen lässt sich nach Auskunft von Fachleuten ohne große Klangveränderungen realisieren und ist denkmalrechtlich zulässig, da die Veränderung reversibel ist“, heißt es dazu in der Pressenotiz. 

Die Glocke werde in ihrem derzeitigen Zustand nicht mehr läuten und voraussichtlich am Buß- und Bettag am 21. November in einem Gottesdienst entwidmet. „Anschließend schreibt der Kapellenvorstand in Zusammenarbeit mit dem Amt für Bau- und Kunstpflege einen Wettbewerb zur künstlerischen Umgestaltung der Glocke aus“, teilen Kapellenvorstand und Landeskirche weiterhin mit. Eine Jury bestehend aus Vertretern des Kapellenvorstands und des Landeskirchenamts entscheide dann über den Gewinner des Wettbewerbs. „Nach der Umarbeitung wird die Glocke in einem Gottesdienst neu gewidmet“, heißt es in der Pressemitteilung. 

Der geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamts, Arend de Vries, sagt dazu: „Wir sind froh, dass wir nach langer Zeit eine Lösung gefunden haben, bei der die Glocke erhalten bleibt, aber das Hakenkreuz und die nationalsozialistische Inschrift nicht mehr sichtbar sein werden. Gespannt sind wir auf den geplanten künstlerischen Wettbewerb. Ziel der Umwandlung muss sein, der Glocke eine neue Deutung zu geben, die von Toleranz und Versöhnung geprägt ist.“ 

Lange Geschichte

Was war alles im Vorfeld in der Causa „Nazi-Glocke“ geschehen? Im September vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass die Schweringer Glocke ein Hakenkreuz trägt. Für die einen keine große Sache, für die anderen ein Unding. Ein Streit entbrannte, ob die Glocke weiter läuten darf oder weg muss. Kurz vor Ostern dieses Jahres versuchten schließlich Unbekannte auf eigene Faust, eine Entscheidung herbeizuführen und flexten die nationalsozialistische Inschrift sowie das Hakenkreuz ab. Doch auch die Maßnahme führte nicht dazu, dass sich die Gemüter beruhigten. Die Glocke läutete weiter und verstummte abwechselnd. 

Der Kapellenvorstand strebte deshalb eine Lösung an, die allen Seiten gerecht werden sollte. Das scheint nun der Fall. Die Idee zur Umwidmung geht auf eine Initiative von Schweringer Bürgern um Familie Harms zurück.

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