Schwierige Beweisführung vor dem Nienburger Amtsgericht

Bewährung nach Angriff auf Nienburger Taxifahrer

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Zwei junge Männer standen vor dem Nienburger Amtsgericht, weil sie einen Taxifahrer angegriffen hatten.

Nienburg - Von Andreas Wetzel. Nach einem Angriff auf einen Taxifahrer im Dezember 2014 in Nienburg standen jetzt zwei junge Männer im Alter von 20 und 29 Jahren vor dem Nienburger Amtsgericht. Beide kamen mit Bewährungsstrafen davon.

Laut Anklageschrift hatte sich ein Mitglied einer Gruppe junger Männer in Nienburg während einer nächtlichen Tour an der Hand verletzt. Mit einem Taxi begleiteten ihn seine Freunde ins Krankenhaus. Während der Fahrt forderten sie den Taxifahrer immer wieder auf, schneller zu fahren und andere Verkehrsverstöße zu begehen. Sehr zum Unmut der jungen Männer weigerte sich er sich. Als der Taxifahrer nach der Ankunft am Krankenhaus die Bezahlung einforderte, griffen ihn die Männer so massiv an, dass er laut Staatsanwaltschaft zahlreiche Prellungen und einen Nasenbeinbruch erlitt. Unter anderem hatte ihm demnach ein Täter so stark ins Gesicht getreten, dass sich ein Schuhabdruck abzeichnete.

Da einer der Männer zum Tatzeitpunkt noch Jugendlicher war und aus Nienburg stammt, wurde dieses Verfahren nun vor dem Jugendrichter des Amtsgerichts verhandelt. Die Wahrheitsfindung gestaltete sich während der fünf Verhandlungstage äußerst schwierig. So war der geschädigte Taxifahrer mittlerweile verstorben, andere Zeugen standen nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung. Geladene Zeugen konnten keine Auskunft geben oder waren Verwandte der Angeklagten und machte von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Auch eine Vernehmung der Ärztin, die den Taxifahrer behandelt hatte, erwies sich als problematisch, da die Verteidiger ihr unterstellten, ihre Schweigepflicht zu verletzen. Daher verzichtete das Gericht auf ihre Aussage, verlas allerdings das ärztliche Attest, das der Taxifahrer bei der Polizei eingereicht hatte.

Letztlich konnten die Angeklagten durch Aussagen der aufnehmenden Polizeibeamten und durch eindeutige Spurenzuordnung als Täter überführt werden.

Die Strategie der Verteidiger war während des gesamten Prozesses darauf ausgelegt, jeden Belastungszeugen – auch persönlich – anzugreifen und ihnen die Worte im Mund umzudrehen. Auch vor der Vorsitzenden Richterin und den Vertretern der Staatsanwaltschaft machten sie nicht Halt. Beiden warfen sie vor, ihren Pflichten als Organe der Rechtsordnung nicht nachzukommen. Die Richterin bezeichneten sie als inkompetent und nicht in der Lage, das Verfahren zu führen. Die Vorsitzende Richterin ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken.

Vor dem Hintergrund, dass beide Angeklagte schon mehrfach gerichtlich in Erscheinung getreten waren, wurde der Jugendliche zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt, für den Erwachsenen verhängte das Gericht eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Beide Haftstrafen wurden zur Bewährung ausgesetzt. Gegen die anderen Mitfahrer des Taxis wird in getrennten Verfahren verhandelt.

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