Selbstversuch: Kreiszeitung-Autor besucht die Zirkus-Gruppe des TSV Hassel

Der verzweifelte Kampf mit den „Devilsticks“

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Alya (rechts) und Celia üben mit ihren Diabolos.

Hassel - Von Philipp Schockenhoff. Seit September üben ihre Freundinnen und sie, erklärt mir Wentje, während sie unablässig einen Stock in die Luft wirft, mit zwei Stäben auffängt und wieder kreiseln lässt. Ich schaffe immerhin das, was die Mädchen eine halbe Drehung nennen. Den Stock hochfedern und mit den Stäben wieder auffangen. Ich schiebe meine kläglichen Ergebnisse auf die sechs Monate Übung, die sie mir voraus haben, und auf die locker 15 Jahre Altersunterschied.

Ich stehe im Sportzentrum Hassel in meinen Socken, weil ich meine Hallenschuhe vergessen habe, und schaue mir an, wie Kimberly Rohlfs 16 Mädchen verschiedenen Alters das Jonglieren mit sogenannten „Devilsticks“ beibringt. Doch auf dem Programm steht noch viel mehr: Von Diabolos über Einräder bis hin zu Jonglierbällen liegt alles bereit, was ein Zirkus zu bieten haben sollte.

„Wir hatten in unserer Zirkus-Gruppe auch schon Jungs dabei, aber das war meist nichts für sie“, erzählt mir Kimberly. Um uns herum wuseln die Mädchen – manche spielen fangen, andere haben sich Geräte gegriffen. Mit zwei Jonglierkeulen, die sie gegeneinander schlägt, signalisiert Kimberly Rohlfs allen, sich in der Mitte der Halle zu sammeln. Nach einer Vorstellungsrunde geht es los mit einem Aufwärmspiel. Ich ziehe mich an den Rand der Halle zurück. Wäre auch unfair, schließlich bin ich ein viel zu großes Ziel beim „Wadengrabschen“.

Ich geselle mich erst wieder dazu, als es ums Jonglieren geht. Mein erster Plan, im Schnellkurs zu lernen, wie man drei Bälle in der Luft hält, geht nicht auf. Dafür zeigt mir Celia, wie man mit dem Diabolo umgeht. Diabolos, das sind sanduhrförmige Kreisel, die man auf einer Schnur zwischen zwei Stöcken balanciert. Ich lasse das Diabolo auf dem Boden von links nach rechts wandern, um es dann hochzuziehen. Immerhin: Das klappt schon mal. Meine Versuche, einen Trick zu machen, sind allerdings weniger erfolgreich. Celia und ihre beste Freundin Alya zeigen mir, wie sie Muster mit der Schnur bilden, während sich das Diabolo dreht. Auch werfen sie sich das rotierende Plastikteil gegenseitig zu. Ich bin beeindruckt.

Ich schiele ein bisschen neidisch zu den Einrädern herüber, während Kimberly einem Kind bei Balanceübungen auf einem Ball hilft. Plötzlich steht ein Mädchen neben mir, es ist ein bisschen jünger als die anderen. In seiner Hand hält es einen flachen Plastikring. „Guck mal, was ich kann“, sagt es, wirft den Ring ein paar Mal hoch und fängt ihn wieder auf. Bevor ich es nach seinem Namen fragen kann, ist das Mädchen wieder weg.

Die Kinder mögen Kimberly, das sieht man sofort. Aus allen Ecken der Halle wird sie gerufen. Die Mädchen wollen ihr zeigen, was sie können, haben Fragen oder wollen einfach nur, dass sie mal rüberkommt.

Ich bekomme derweil den Yogasitz gezeigt. Den kann ich immerhin, auch wenn er nicht besonders bequem ist. Doch bevor ich mich zu den Einrädern stehlen kann, ist die Stunde auch schon wieder vorbei.

Quelle: kreiszeitung.de

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