Mobilitätstraining

Nienburger Seniorinnen üben Busfahren mit Rollator 

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Volker Conrad gibt Rita Lohmann Tipps zum Einsteigen in den Bus.

Nienburg - Von Janina Stosch. Im Rahmen des Mobilitätstrainings von Stadtbus, Verkehrswacht und Polizei  machten sich Nienburger Rollator-Fahrerinnen mit dem Ein-und Aussteigen in den Bus vertraut. 

„Das ist ja eigentlich ganz einfach“, sagt Seniorin Rita Lohmann, nachdem sie sich und ihren Rollator fast mühelos in den Stadtbus bugsiert hat.

Für den zweiten Teil des Mobilitätstrainings, welches vom Stadtbus Nienburg, der Verkehrswacht und dem Kontaktbeamten Volker Conrad der Polizei Nienburg initiiert wurde, fuhr extra ein Bus der Nienburger Stadtbusflotte am Sprotte-Begegnungszentrum, im Nienburger Stadtteil Lehmwandlung vor, an dem die Teilnehmerinnen das Ein- und Aussteigen mit ihrem Rollator trainieren konnten.

Im ersten Teil der „Wanderer-Ausbildung“, wie Polizeioberkommisar Conrad das Training nennt, lernten die Damen bereits, wie sie Rampen und Erhöhungen mit ihrer Gehhilfe bewältigen. Nun wurde die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs thematisiert.

Conrad erklärte zunächst worauf es bei der Königsdisziplin ankommt: „Es ist wichtig den Rollator nicht in den Bus zu hieven, sondern die Ankipphilfe zu benutzen, um diesen rückenschonend in das Fahrzeug zu schieben. Im Bus wird der Rollator platzsparend zusammengeklappt und ganz wichtig: Bremse ziehen und den Rollator nicht als Sitz verwenden.“ Alle Frauen meisterten die erste Prüfung mit Bravur.

Rückwärts aus dem Bus 

Die größte Herausforderung für Rollatornutzer stelle jedoch das Aussteigen dar. Hier mache sich Unsicherheit und Unwissenheit bemerkbar. Auch wenn es für manch einen Überwindung kosten möge, beim Aussteigen aus dem Bus positioniere man sich am besten mit dem Rücken zur offenen Tür, setze einen Schritt rückwärts aus dem Bus und ziehe dann den Rollator nach, sagt Conrad.

Anja Regul vom Stadtbus ergänzt: „Auch wenn mittlerweile der Großteil der Bushaltestellen erhöht wurde, gibt es dennoch einige, bei denen eine Rampe benötigt wird, um problemlos einzusteigen. Bitte scheuen Sie sich nicht dafür den jeweiligen Busfahrer anzusprechen. Und lassen Sie sich beim Ein- und Aussteigen auf keinen Fall hetzen. Die Türen unserer Busse öffnen sich wieder automatisch, sobald ein Hindernis wahrgenommen wird.“ Conrad zögerte nicht dies zu demonstrieren und stellte sich selbst in die schließende Tür, die sofort wieder aufschwang.

Um allen Teilnehmerinnen Sicherheit zu geben, wurde erneut auch das Ein-und Aussteigen mit der Rampe ausprobiert. Dies stellte für keine der Seniorinnen eine Herausforderung dar. Als kleine Überraschung nach erfolgreichem Training drehte der Stadtbus mit den Damen samt Rollatoren eine Runde durch die Lehmwandlung. Während der Fahrt wurde munter geplaudert und sich über den Alltag ausgetauscht. Es wurde deutlich, wie froh die Seniorinnen sind, dass sie im Stadtgebiet die Möglichkeit haben den Bus nutzen zu können und sich dadurch eine gewisse Mobilität bewahren.

Beim Endhalt am Sprotte-Zentrum verkündete Conrad scherzhaft: „Wir sind nun am Brandenburger Tor, bitte alle aussteigen und den Mercedes, Ferrari oder Otto nicht vergessen.“

Die sichtlich stolzen Seniorinnen bekamen nach dem absolvierten Mobilitätstraining einen Rollator-Führerschein ausgehändigt.

jst 

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