Wie sich Hilfe vervierfacht

Hoyaer Lühmann-Gruppe spendet 10.000 Euro an die Welthungerhilfe

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Lühmann-Geschäftsführer Lorenz Kiene übergab 10 000 Euro an Antje Blohm von der Welthungerhilfe.

Hoya - Von Michael Wendt. Manche Katastrophen sieht man kommen und kann doch nichts dagegen unternehmen. Die aktuelle Hungersnot im Osten Afrikas zum Beispiel war lange absehbar, sagt Antje Blohm von der Welthungerhilfe. Doch Hilfe von der Weltgemeinschaft blieb lange aus.

Umso glücklicher ist Antje Blohm über die Unterstützung von Unternehmen wie der Hoyaer Lühmann-Gruppe, unter anderem bekannt durch die Tankstellen-Marke „Classic“. 10.000 Euro hat das Unternehmen der Welthungerhilfe gespendet. Geschäftsführer Lorenz Kiene hofft, dass andere Firmen nachziehen, und weist auf den „Vierfach-Effekt“ einer Spende hin.

Zuschüsse vervielfachen jede Spende

„Durch öffentliche Zuschüsse etwa vom Bund und von europäischen Einrichtungen werden aus unseren 10.000 Euro 40.000 Euro“, erklärt er in einem Gespräch mit unserer Zeitung und betont, dass die Welthungerhilfe nach eigener Aussage einen Verwaltungskostenanteil von nur elf Prozent hat. Anders gesagt: 89 Prozent der Spendengelder kommen den Hilfsbedürftigen zugute.

Antje Blohm prüft derzeit, in welches konkrete Projekt im Osten Afrikas das Spendengeld aus Hoya fließen soll. „Heute ist die Situation in Afrika nach drei Jahren ohne Regen so gravierend wie noch nie“, sagt sie. Die Welthungerhilfe stehe eigentlich für Langfristigkeit und Nachhaltigkeit. „Ein Projekt von uns läuft jeweils fünf Jahre“, sagt Blohm, „die Leute, denen wir helfen, sollen sich langfristig selbst ernähren können.“

Schleichende Katastrophen werden von plötzlichen Katastrophen unterschieden

Die gemeinnützige Organisation hat aber auch ein Nothilfe-Team für Katastrophen. „Wir unterscheiden zwischen plötzlichen Katastrophen wie einem Erdbeben und schleichenden Katastrophen“, erklärt sie. Die Hungersnot in Ostafrika ist so eine schleichende Katastrophe. Sie hat sich abgezeichnet, „doch die Weltgemeinschaft reagiert meistens erst, wenn die Auswirkungen sichtbar sind“, bedauert Blohm. Als Referentin für Unternehmenskooperation handelt sie nach dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ – so wirbt man für Spender und Welthungerhilfe gleichermaßen. „Wir sind sehr dankbar, dass die Lühmann-Gruppe uns so großzügig unterstützt“, sagt Blohm im Pressegespräch.

Lorenz Kiene scheint die Werbung für das eigene Unternehmen viel weniger wichtig als die Werbung für die gute Sache. Er will andere Firmen aus der Region auf die Situation in Ostafrika aufmerksam machen. „Natürlich ist jeder frei, selbst zu entscheiden, ob er spenden möchte oder nicht“, betont Kiene, würde sich aber sehr freuen, wenn möglichst viele andere Unternehmen den „Vierfach-Effekt“ nutzen. Klar sei, dass kurzfristige Unterstützung mit Nahrungsmitteln kein Allheilbringer ist. Deshalb gelte es, auch für mittel- und langfristige Projekte Unternehmen zu finden, die regelmäßig Geld investieren. „Wer sich für das Projekt am Horn von Afrika interessiert, findet auf unserer Internetseite den Link zum Gesamtprojekt“, sagt Lorenz Kiene.

Die Lühmann-Gruppe begleitet die Spendenaktion und das mit dem Geld finanzierte Projekt im Internet auf der Homepage der Classic-Tankstellen.

Die Situation in Ostafrika

„In Ostafrika bahnt sich eine Hungerkatastrophe verheerenden Ausmaßes an“, schreibt die Welthungerhilfe in einer Pressemitteilung. „Experten fürchten, dass das Leid der Menschen sogar noch die Hungerkrise von 2010 und 2011 übertreffen könnte. Damals starben am Horn von Afrika eine Viertelmillion Menschen. Aktuell liegen erneut die Felder brach. Über 20 Millionen Menschen sind bereits jetzt von Hunger bedroht.“

Quelle: kreiszeitung.de

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