Aktivkohlefilteranlage erfüllt Anforderungen

„Hoyaer Wasser so gut gereinigt wie noch nie“

Hoya - Von Horst Friedrichs. „Gäste im Hoyaer Rathaus schwärmen von unserem Kaffee“, sagte Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer stolz. Wasserfachmann Jürgen Stock erklärte eine mögliche Ursache: „So gut gereinigt wie jetzt war das Hoyaer Wasser noch nie.“

Anlass dieser Lobeshymnen war ein Punkt, den sich der Betriebsausschuss der Samtgemeinde Hoya für seine öffentliche Sitzung am Mittwochabend im Rathaus der Grafenstadt auf die Tagesordnung gesetzt hatte. Es ging um eine Zwischenbilanz zum Betrieb der Aktivkohlefilteranlage beim Wasserwerk Hoya, die mittlerweile seit sieben Monaten in Betrieb ist.

Dass es ganz ohne verschwindend geringe Rückstände im Trinkwasser nicht gehe, formulierte Diplom-Ingenieur Stock so: „Die chemische Null gibt es nicht.“ Nichtsdestoweniger zeige sich nach dem siebenmonatigen Betrieb der Anlage aber, dass sie alle an sie gestellten Anforderungen erfülle.

Thomas Meyer vom Hersteller Purena erläuterte technische Grundlagen und berichtete über den erfolgreichen Betrieb der Anlage, deren Zweck es ist, Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, sogenannte Metabolite, aus dem von den Pumpen des Wasserwerks Hoya geförderten Rohwasser herauszufiltern.

Neben den Metaboliten, so Thomas Meyer, habe sich herausgestellt, dass die drei Filterkessel auch weitergehende organische Inhaltsstoffe zurückhalten.

Technik lässt sich weiterentwickeln

Die Filtertechnik könne noch weiterentwickelt werden. Die Belastung des geförderten Wassers in Hoya habe sich als gleichbleibend erwiesen; das ermögliche Lernschritte. „In technischen Lösungen müssen wir uns weiterentwickeln“, sagte Thomas Meyer. Deshalb sei eine zusätzliche Filterstufe in Hoya denkbar.

Auch die betriebswirtschaftlichen Grundlagen entsprechen laut dem Vertreter der Purena den Vorgaben.

Die Funktionsweise der drei Aktivkohlefilter in der Hoyaer Anlage schilderte Jürgen Stock ausführlich. Innerhalb eines Jahres, sagte er, würden alle Kohlefilter ausgetauscht. Jeder der drei Filteranlagenkessel fasse 20 Kubikmeter Aktivkohle, die 1200 bis 1500 Euro kosten. Stock arbeitet für den in Wolfenbüttel ansässigen „Verein zur Förderung der praxisbezogenen Forschung und des Technologietransfers im Bereich der öffentlichen Versorgung“ (VTFV).

„Redet miteinander und baut Misstrauen ab“, riet Thomas Meyer mit Blick auf die Landwirte, mit denen die Samtgemeinde eine Vereinbarung über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln getroffen hat. „Der Dialog mit den Landwirten darf nicht abreißen“, unterstrich Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer und mahnte: „Dass wir die Aktivkohlefilteranlage installiert haben, ist kein Freibrief.“

Harzwasser wäre einzige Alternative gewesen

Unter dem Strich habe Hoya keine andere Möglichkeit gehabt, als die Anlage zu bauen, denn: „Einzig realisierbare Alternative wäre der Bezug von 100 Prozent Harzwasser gewesen.“ Seit Juli 2017 erhalten die ans Wasserwerk Hoya angeschlossenen Haushalte wieder 100 Prozent vor Ort gefördertes Wasser.

Ausschussvorsitzender Fritz Groß zog folgendes Fazit: „Die eine Million Euro an Kosten für die Filteranlage haben sich im Interesse der Bevölkerung gelohnt.“

„Wie kontrolliert die Samtgemeinde die Einbringung von Pflanzenschutzmitteln?“, fragte Zuhörer Jörg Herbst zu Beginn der Sitzung. Detlef Meyer: „Unsere Vereinbarung mit den Landwirten ist freiwillig. Für Kontrollen ist die Landwirtschaftskammer zuständig.“

Berichte über weitere Themen der Ausschusssitzung folgen.

Quelle: kreiszeitung.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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