Eystruperin spricht über Heimat und Politik

Sind Parteien überflüssig? „Keineswegs!“

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Beatrix Alhusen (links) aus Eystrup sprach im „Lindenhof“ in Hoya über Heimatsuche und die Rolle der politischen Parteien. Eingeladen hatte dazu Monika Dercks (rechts) im Namen der Katholischen Erwachsenenbildung.

Hoya - Von Horst Friedrichs. „Parteien müssen sich öffnen – auch für Ausländer“, sagt Beatrix Alhusen (FDP). Nicht von ungefähr, denn ihr Vortragsthema lautet „Wo Menschen ein Zuhause suchen.“ Darüber sprach sie vergangene Woche im „Lindenhof“ in Hoya.

Sie verband mit dem Thema auch die Frage, ob eine politische Partei eine Heimat bieten kann. Alhusen, die in ihrer Heimatgemeinde Eystrup für die FDP Ratsmitglied ist, hielt ihren Vortrag auf Einladung der Katholischen Erwachsenenbildung. Organisatorin Monika Dercks begrüßte die Zuhörer im Tagungsraum des „Lindenhofs“, wo sich eine angeregte Diskussion mit der Referentin entwickelte.

Die zentrale Frage des Abends, ob eine Partei Heimat sein könne, bejahte Beatrix Alhusen nachdrücklich und betonte: „Parteimitglieder können ihre Heimat gestalten, wie es auch durch anderweitiges soziales Engagement möglich ist, etwa in Interessenverbänden, Kirchen, Bürgerinitiativen und Vereinen.“

„Bürger müssen ihr Recht geltend machen“

Ausführlich schilderte die Referentin die Strukturen der politischen Willensbildung von der kommunalen bis zur Bundesebene. Dank ihrer Erfahrungen aus langjähriger Tätigkeit in Gremien der Kommunalpolitik vermochte sie den Besuchern des Vortragsabends anschaulich zu schildern, wie man Ratsmitglied oder Abgeordneter werden kann.

Dazu schilderte Beatrix Alhusen ausführlich die Aufgaben der Parteien im Rahmen der politischen Willensbildung mit ihren verschiedenen Facetten auf der Basis des Grundgesetzes. So, wie Politik bedeute, sich um das Gemeinwesen zu kümmern, so ergebe sich aus der politischen Beteiligung ein intensiver Bezug zur Heimat. Deshalb seien Parteien nicht zuletzt auch Heimatgestalter. Dazu sei es notwendig, dass die Bürger sich für die Demokratie entscheiden, ihr Recht auf politischen Einfluss geltend machen, sich für eine politische Richtung entscheiden, Diskussionen anregen und ihre politische Einstellung auch öffentlich vertreten.

„Jede neue Partei hat auch etwas Gutes“

Die „Heimatfähigkeit“ der Parteien streifte Beatrix Alhusen auch in Hinblick auf die Integration von Flüchtlingen in das demokratische System. Und: „Wir müssen offen sein und nicht gleich an die Kölner Domplatte denken, wenn wir mehrere Ausländer zusammen sehen“, sagte sie.

Fragen der Zuhörer bezogen sich auch auf die Entwicklung der Parteienlandschaft. Überflüssig, so Alhusen, seien die politischen Parteien keineswegs, denn im demokratischen System seien sie als Institution erforderlich, wie sie auch durch ihre Zielsetzung eine Richtung vorgäben. Nicht zuletzt böten die Parteien ein Forum zur nachhaltigen politischen Meinungsbildung und förderten eine persönliche, überlegte Kommunikation.

Aber es sei notwendig, dass die Parteien sich öffnen, neue Medien nutzen und Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Organisationen, etwa Gewerkschaften, finden. Überdies sei es für Parteien angeraten, die Bedürfnisse der Bürger zu erkennen und Lösungen anzubieten. „Dass es die AfD gibt, finde ich gar nicht so schlecht“, sagte Alhusen. „Denn dann müssen sich die anderen Parteien überlegen, was sie eigentlich wollen. Jede neue Strömung hat auch etwas Gutes, aber die AfD wird nicht die Oberhand gewinnen.“

Quelle: kreiszeitung.de

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