„Möbel & Mehr“ kämpft mit den Folgen der Corona-Pandemie

Soziales Möbelhaus in Leese zu abgelegen für Laufkundschaft

Möbel Leese Diakonie
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Die beiden „Möbel & Mehr“-Mitarbeiter Alexander Boschmann und Alexander Bunck (v.l.) sind für den Hol- und Bringservice zuständig.

Leese - von Leif Rullhusen. In Zeiten der Corona-Pandemie sind besonders viele Menschen auf soziale Einrichtungen angewiesen. Doch die Krise erschwert sozial schwachen Menschen oft den Besuch der entsprechenden Einrichtungen.

Das macht sich bei „Möbel & Mehr“ in Leese besonders deutlich bemerkbar. „Es ist seit Ausbruch der Corona-Krise extrem ruhig bei uns. Die Menschen gehen nur dorthin, wo sie müssen“, berichtet Carsten Gießelmann, Leiter des Secondhand-Möbelhauses der Diakonie. „Gerade jetzt ist die abgelegene Lage nachteilig. Man sieht uns nicht, wir haben keine Laufkundschaft“, ergänzt Ingelore Westhoff, Sozialarbeiterin des Kirchenkreises Stolzenau-Loccum. Das soziale Möbelhaus befindet sich direkt neben der Raiffeisen Agil, etwas außerhalb von Leese. Die Kunden von „Möbel & Mehr“ besitzen selten ein eigenes Auto und von der nächsten Bushaltestelle erwartet sie ein Fußweg von einem knappen Kilometer. Mit kleinen Kindern kann das schon eine weite Strecke sein. Zudem meiden viele aufgrund der Ansteckungsgefahr öffentliche Verkehrsmittel.

Günstige gebrauchte Möbel

Dabei lohnt sich der Weg: Das soziale Einrichtungshaus des Kirchenkreises bietet günstige, gebrauchte, mitunter sogar antike Möbel sowie Einrichtungsgegenstände in einem einladenden Umfeld an. Die Zielgruppe der Diakonie-Einrichtung sind vor allem Menschen mit knappem Gelbeutel. Aber nicht ausschließlich. „Bei uns ist jeder willkommen“, erklärt Gießelmann. Und wenn jemand etwas tiefer in die Tasche greifen könne, helfe das dem sozialen Diakonie-Möbelhaus, das sich selbst trägt und sogar schon Gewinne abgeworfen hat. Gewinne, die selbstverständlich ausnahmslos in andere soziale Projekte des Kirchenkreises fließen.

Ein Konzept, das seit zehn Jahren erfolgreich funktioniert und in diesem Sommer auch gefeiert worden wäre. Doch das Coronavirus hält nicht nur die Kunden fern sondern bremst jegliche Jubuiläumsaktion aus.

Ab und zu sind in dem Angebot des sozialen Möbelhauses auch antike Schmuckstücke zu finden.

Küchen und Waschmaschinen kann das „Möbel & Mehr“-Team gut gebrauchen

Für das soziale Möbelhaus ergibt sich aus der geringen Besucherfrequenz gleich ein doppeltes Problem. Zum einen laufen die Kosten weiter und zum anderen stehen die Möbel deutlich länger, bis sie einen neuen Eigentümer finden. „Dementsprechend können wir auch weniger Möbel von unsern Spendern annehmen“, verdeutlicht Ingelore Westhoff. Trotz des vollen Lagers: Küchen und Waschmaschinen kann das „Möbel & Mehr“-Team auch gegenwärtig gut gebrauchen. Wer Möbel hat, sich sozial engagieren möchte oder weitere Informationen haben möchte, erreicht „Möbel & Mehr“ telefonisch unter 05761/ 511908 oder 0172/1976982. Geöffnet hat das etwas andere Einrichtungshaus dienstags bis freitags von 9 bis 17 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr. Auch wenn gerade aufgrund der wenigen Besucher viel Platz in den Räumen ist, besteht selbstverständlich Mund-Nasenschutzpflicht. Zudem lüften die Mitarbeiter die Räume regelmäßig und gründlich.

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