Gesundheitsminister referiert in Warpe über die Bedeutung Europas und macht Pflegenden Mut

Spahn will das Vertrauen zurückgewinnen

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Gesundheitsminister Jens Spahn nimmt sich Zeit für die Fragen der Zuhörer.

Warpe - Zu einer unter dem Motto „Anpacken. Für Europa“ stehenden Informationsveranstaltung aus Anlass der Europawahl am 26. Mai hatte der CDU-Kreisverband Nienburg am Freitag ins Landhaus Hüneke in Nordholz eingeladen. Kreisvorsitzender Dr. Frank Schmädeke konnte am Abend den Bundesminister für Gesundheit Jens Spahn, den Vorsitzenden der Jungen Union Deutschland und Kandidaten für das Europäische Parlament Tilmann Kuban sowie weitere Landtagsabgeordnete und Kommunalpolitiker und etwa 100 Gäste begrüßen.

Zum Auftakt ging zunächst der 32-jährige Kuban sowohl auf die Bedeutung Europas als auch der anstehenden Wahl ein. Kernaussagen waren der europäische Zusammenhalt, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Aspekte, die Förderung von Innovationen und nicht zuletzt die Rolle Europas für Niedersachsen. So versprach Kuban beispielsweise, sich auch zukünftig für eine Stärkung der heimischen Region durch europäische Investitionen einzusetzen. Zum Abschluss seiner Rede forderte er auf, Europa nicht den Nörglern und Miesmachern zu überlassen, sondern warb dafür, durch Stimmabgabe ein für Frieden, Freiheit und Wohlstand stehendes Europa mitzugestalten.

Mit „Mindestens einmal im Leben muss jeder bedeutende Politiker in Warpe gewesen sein“ übergab Schmädeke dann das Wort an den kurz zuvor noch in Paris und Berlin weilenden Jens Spahn. Der nahm die Vorlage gerne an und zeigte sich erleichtert, diese für die weitere politische Karriere offenbar wichtige Voraussetzung nunmehr bereits mit 39 Jahren erfüllt zu haben.

In seiner fast 45-minütigen Rede strich auch der jüngste Minister der Großen Koalition die Bedeutung der Wahl heraus. Ob innere oder äußere Sicherheit, Migrationspolitik, Umwelt- und Klimaschutz, Landwirtschaft, Digitalisierung, technischer Fortschritt: Die kommenden Herausforderungen sind nach seiner Überzeugung nur durch ein geeintes und starkes Europa zu bewältigen. „500 Millionen Europäer machen nun einmal mehr Eindruck als 80 Millionen Deutsche“, stellte er lapidar fest.

Eines der Lieblingsthemen Spahns war das autonome Fahren, auf das er wiederholt zurückkam. Die sich aus dieser Fortbewegungsform ergebende Wertschöpfung müsse sich in Europa, nicht in China oder den USA vollziehen. Das gelte im Übrigen auch für alle weiteren technischen Innovationen.

Der Minister räumte ein, dass in den vergangenen Jahren viel politisches Vertrauen verloren gegangen sei, dass es zurückzugewinnen gelte, indem auf Debatten auch tatsächlich Entscheidungen folgen würden. Auch auf dem von ihm veranworteten Feld der Gesundheitspolitik sieht er noch beträchtlichen Handlungsbedarf. Mit Nachdruck verteidigte er die Forderung nach einer Impfpflicht spätestens für Kita-Kinder. Auch auf dem Gebiet der Pflege ist nach Spahns Worten noch viel zu tun. Zwar habe die Regierung die Mittel für 13 000 zusätzliche Pflegekräfte bereitgestellt und refinanziert, allein der leergefegte Arbeitsmarkt gebe diese derzeit nicht her. In der Pflege Beschäftigten empfahl er, sich nicht zu scheuen, ihre derzeit sehr gute Position bei Verhandlungen mit einem etwaigen neuen Arbeitgeber in die Waagschale zu werfen.

Dass Jens Spahn auch ein aufmerksamer und konzentrierter Zuhörer ist, bewies er in der anknüpfenden Diskussionsrunde, in der dann weniger der Europapolitiker als vielmehr der Gesundheitsminister gefragt war. Sich ständig Notizen machend und die jeweiligen Fragesteller anschließend persönlich ansprechend, ging er trotz Wahlkampfstress noch eine Stunde unaufgeregt und fachkundig auf die teilweise unbequemen Fragen, aber auch auf nützliche Vorschäge ein.

Quelle: kreiszeitung.de

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