Sparkasse ändert Strukturen kleiner Geschäftsstellen

Weniger – dafür fundierter

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Die in grün dargestellten Geschäftsstellen bleiben unverändert erhalten. Die roten werden mit anderen im Verbund arbeiten.

NIENBURG - Von Nikias Schmidetzki. Die Sparkasse leistet einem strukturellen Wandel Folge: Einige der Geschäftsstellen werden ab Mitte März nur noch an zwei Tagen in der Woche geöffnet haben. Sie werden künftig gemeinsam mit benachbarten Filialen betrieben. Schließungen soll es nicht geben.

Im Gegenteil: „Gleichzeitig möchten wir die Beratungsbereiche von neun unserer kleinsten der dreiunddreißig Geschäftsstellen zum 17. März verstärken“, betont Vorstandsvorsitzender Wolfgang Knust. Dazu wird sie Sparkasse die Geschäftszeiten zwar komprimieren, währenddessen die Zahl der Berater aber erhöhen. Geschuldet ist diese Entwicklung einem veränderten Nutzungsverhalten. Internet und Smartphones nehmen einen immer größeren Platz der geschäftlichen Tätigkeiten ein. Schon jetzt griffen 35 Prozent der Kunden auf Online-Banking zurück, nennt Vorstand Winfried Schmierer Werte – Tendenz steigend. Zudem suchten viele Kunden immer weniger die Geschäftsstellen an ihrem Wohnort auf, sondern nutzten die dem Arbeitsplatz nahgelegene auf. „Wir passen uns dem Verhalten unserer Kunden an“, erklärt Schmierer. Selbstbedienungsterminals in den Geschäftsstellen tun ihr übriges – sie sollen übrigens komplett bestehen bleiben.

Internet und Apps für Smartphones erfreuen sich großer Beliebtheit – auch bei Wolfgang Knust (l.) und Winfried Schmierer vom Sparkassenvorstand. Persönliche Beratung ist dadurch weniger gefragt.

Es teilen sich in Zukunft die Geschäftsstellen Hassel mit Haßbergen, Münchehagen mit Wiedensahl und Huddestorf mit Nendorf ein Service- und Beratungsteam. Diese Geschäftsstellen werden jeweils am Montag und Donnerstag oder am Dienstag und Freitag für die Kundenberatung geöffnet sein. Der Mittwoch soll weiterhin für ausführliche Beratungsgespräche zur Verfügung stehen. Die Geschäftsstelle Wechold wird zudem an Hoya, Leese an Stolzenau und Essern an Lavelsloh angegliedert. Die Service- und Beraterteams stehen ebenfalls jeweils an zwei Wochentagen in Wechold, Leese und Essern für Kundenberatungsgespräche bereit. Die restliche Zeit unterstützen sie ihre Kollegen an den anderen Standorten. Welche Geschäftsstelle zu welcher Zeit genau, das werde sich noch entscheiden, meint Knust. „Bei unserer Entscheidung“, so Knust, „hat vor allem die Verbesserung der Beratungsqualität eine große Rolle gespielt. Eine qualitativ hochwertige Beratung sei einfach nicht möglich, wenn sich ein einziger Berater in der Geschäftsstelle befinde. „Diesem Anspruch können wir mit den konzentrierten Öffnungszeiten besser nachkommen“, ist Kunst sicher.

Bislang steht die Sparkasse Nienburg gegenüber zu ähnlich großen Sparkassen gut da. Sie gönnt sich den Luxus von 33 Geschäftsstellen auf 122 000 Einwohner. Eine jede Filiale versorgt also gerademal 3 625 Einwohner. Im Vergleich: Die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde kommt auf 7 833 Einwohner, bei der Sparkasse Uelzen-Lüchow-Dannenberg sind es immerhin noch 5 531 – auf Dauer ein teures Vergnügen. Hinzu kommen noch elf reine SB-Standorte und zwölf fahrbare Filialen.

Umstellen werden sich die betroffenen Kunden also müssen. Aber, betont Schmierer: „Damit können wir unser Personal dort einsetzen, wo unsere Kunden den Bedarf nachfragen, und stellen trotzdem weiterhin ein flächendeckendes Geschäftsstellennetz bereit.“ Diese Umstellung stelle sicher, Dienstleistungen auch in der Zukunft preisgünstig und qualitativ hochwertig anzubieten.

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