Prozess beginnt fast drei Jahre nach versuchtem Raub

Spielhallen-Überfall in Eystrup: Drei junge Männer vor Gericht

Verden/Eystrup - Von Wiebke Bruns. Knapp drei Jahre nach einem Spielhallen-Überfall in Eystrup müssen sich drei 23, 25 und 27 Jahre alte Angeklagte vor der 3. Großen Strafkammer des Landgerichts Verden wegen versuchten schweren Raubs verantworten. Eine Mitarbeiterin der Spielothek war am 9. November 2014 von zwei maskierten Tätern mit einem Messer und einer Pistole bedroht worden. „Der Überfall hat mein Leben verändert“, sagte die 59-Jährige am Dienstag als Zeugin beim Prozessauftakt.

Laut der Anklageschrift hatten zwei maskierte Täter die Spielothek an der Bahnhofstraße gegen 23 Uhr betreten. „Überfall! Geld her!“, sollen die Räuber gefordert und die Spielhallenaufsicht mit einer Pistole und einem Schinkenmesser mit 22 Zentimetern Klingenlänge bedroht haben. Beute machte das Duo nicht, weil die 59-Jährige die Kasse geistesgegenwärtig geschlossen hatte. 3000 Euro waren laut der Zeugin in der Kasse, die die Täter nicht hatten öffnen können. Heute gebe es eine automatische Sicherung. Die beiden Täter hatten damals schnell aufgegeben und die Spielhalle verlassen.

Der 23 Jahre alte Angeklagte aus Eystrup räumte am Dienstag ein, den Fluchtwagen gefahren zu haben. Er habe draußen auf den 25 Jahre alten Angeklagten aus Verden und den 27-Jährigen aus Hämelhausen gewartet. Er wurde am Dienstag von seinen beiden Komplizen beschuldigt, auch an der Tatplanung beteiligt gewesen zu sein. Geständig sind alle drei Angeklagten. Der 25-Jährige will gegen seinen Willen zur Tatbeteiligung gedrängt worden sein.

Vier Verhandlungstage eingeplant

Rund eine halbe Stunde nach der Tat nahm die Polizei das Trio bereits fest. Es hatte sich während des Überfalls ein Gast in der Spielhalle befunden, und dieser hatte einen der Täter erkannt.

Dienstagvormittag sagten die Angeklagten umfangreich zu ihren persönlichen Verhältnissen und zur Tat aus. Die beiden älteren berichteten dabei von zumindest damals noch bestehenden Drogenproblemen.

Die überfallene Frau wurde am Nachmittag vor Gericht gehört und schilderte die Folgen, die sich aus der Tat für sie ergeben haben. „Ich werde nie wieder in einer Spielhalle arbeiten können“, sagte die Frau. Sie ist Rentnerin und leidet noch immer unter Schlafstörungen. „Ich träume nachts von dem Überfall, aber aus der Therapie weiß ich, dass ich alles richtig gemacht habe.“

Vor dem Täter mit dem Messer habe sie am meisten Angst gehabt. „Der war unwahrscheinlich nervös. Ich wollte nicht durch ein Messer sterben“, sagte die Dörverdenerin. Und: „Mein Leben lief an meinen Augen vorbei. Als wenn man mit dem Leben abschließt.“ Besonders belastet habe sie auch, dass sie keine Gesichter der Täter gesehen hat. „Jetzt habe ich Gesichter“, sagte das Opfer.

Für den Prozess hat das Landgericht vier Verhandlungstage bis zum 2. November eingeplant.

Quelle: kreiszeitung.de

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