Schüler für Engagement geehrt

48 Jugendliche zu "Botschaftern der Erinnerung" ernannt

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48 Jugendliche wurden als „ Botschafter und Botschafterinnen der Erinnerung“ ausgezeichnet.

Nienburg - Schüler der Nienburger Gymnasien und Oberschulen besuchten die Gedenkstätte in Ausschwitz und beschäftigten sich intensiv mit Judenverfolgung und Antisemitismus. Die Stadt Nienburg ehrte die Schüler für ihr Engagement und ernannte sie zu "Botschaftern der Erinnerung". 

Wladyslaw Bartoszewski, der vor drei Jahren verstorbene Ex-Außenminister Polens und Überlebender von Auschwitz, hatte 2010 in seiner Rede am „Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus“ im österreichischen Parlament gesagt:

„Dort, wo die Gerechtigkeit und die Vernunft schweigen, können Dämonen lautstark Massen in ihren Bann ziehen.“

Mit diesem Zitat beendete Thomas Gatter, Vorsitzender des Arbeitskreises „Gedenken“ und Moderator der Veranstaltung zur Ernennung Jugendlicher zu „Botschaftern und Botschafterinnen der Erinnerung“, seine Abschlussrede.

Zuvor hatten 48 Schüler der Kreis Nienburger Gymnasien und Oberschulen vom 13. bis 19. Mai an der Gedenkstättenfahrt des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises nach Auschwitz in Polen teilgenommen. Dabei beschäftigten sie sich mit der Geschichte der Judenverfolgung und des Holocaust und setzten sich mit Rassismus und Antisemitismus heute auseinander. Wie schon in vergangenen Jahren nahm die Stadt Nienburg dieses Engagement zum Anlass, den Jugendlichen im Rahmen dieser Veranstaltung eine besondere Auszeichnung zu verleihen. Sie wurden symbolisch zu Nienburgs „Botschafterinnen und Botschaftern der Erinnerung“ ernannt. An diesem Tag vor 79 Jahren, am 14. 6. 1940, waren die ersten Deportationszüge mit Häftlingen im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz eingetroffen. Die Fahrt wurde möglich gemacht mittels Förderung durch das Bundes Familienministerium, die Evangelische Kirche Hannover, den Landkreis Nienburg, die Bürgerstiftung, die Werner-Erich-Stiftung und die Addi-Pleines-Stiftung.

Zu Beginn der Feierstunde ließ Thomas Gatter einschneidende Ereignisse im Leben des Deutschen Volkes Revue passieren. Angefangen im Revolutionsjahr 1848/49 über die Geburtsstunde der Demokratie vor 100 Jahren, bis zur friedlichen Revolution in der DDR, 1989. Dabei erinnerte er an das System des brutalsten Rassismus’ und der Vernichtung, deren Symbol die Gedenkstätte in Auschwitz darstellt.

Was bleibt ist die Verantwortung 

Bürgermeister Henning Onkes bedankte sich bei Thorsten Rötschke vom Landkreis Nienburg, bei Pastor Marco Voigt von der Kirchengemeinde St. Martin sowie bei allen Akteuren, die diese Fahrt organisiert hatten. An die Jugendlichen gewandt: „Man vergisst das nie. Was bleibt ist die Verantwortung, sich dagegen zu stellen, gegen Verharmlosung und Abwiegelung. Es entsteht ein innerer Kompass für Demokratie und Mut, zu widersprechen.“

Für die jugendlichen Teilnehmer trat die 17-jährige Jennifer Schott vom MDG Nienburg ans Mikrofon. In eindrucksvollen Worten schilderte sie das Erlebte, angefangen von der 12 Stunden währenden Anfahrt bis zur Kranzniederlegung in Auschwitz mit der Verlesung der Namen Nienburger Juden, die dort ermordet wurden. Der Besuch der Lager Auschwitz I und Auschwitz II- Birkenau, hatte alle Teilnehmer zutiefst berührt. Zum Abschluss ernannte Bürgermeister Onkes die Jugendlichen zu „Botschaftern und Botschafterinnen der Erinnerung“ und verlieh jedem einzelnen eine Urkunde. Musikalisch begleitet wurde die Feierstunde von dem Duo Cora Bromund und Edgar Lieser aus Bad Nenndorf mit traditionellen Klezmerstücken und eigenen Kompositionen, die sie sehr gefühlvoll vortrugen.

hg

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