Große Gewerbefläche soll unter den Hammer kommen

Stadtrat Nienburg berät über Teilnahme an Versteigerung

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Wie geht es weiter mit der Gewerbefläche am Ende der Langen Straße? Ob die Stadt an der Zwangsversteigerung in der kommenden Woche teilnimmt, entscheidet der Rat am Dienstag.

Nienburg - Jahrelang lag die Gewerbefläche an der südlichen Langen Straße brach – jetzt sind die Hausnummern 12 bis 16 durch eine angekündigte Zwangsversteigerung wieder ein Thema in der Stadt Nienburg.

Unter anderem die Räumlichkeiten des ehemaligen Gastronomiebetriebs „Mr. Q“ sowie der Filialen der Sparkasse und der Deutschen Bank sollen am kommenden Mittwoch am Nienburger Amtsgericht versteigert werden. 

Gebaut wurde der Gebäudekomplex im Jahr 1997 und wurde nicht nur als Restaurant, sondern teilweise auch als Friseursalon genutzt. Große Flächen stehen mittlerweile leer. Die Sparkasse hat dort ein Automatenservicecenter untergebracht, die Deutsche Bank eine vollständige Filiale. Jetzt spricht der Rat der Stadt Nienburg darüber, in die Versteigerung einzusteigen.

Versteigerung mit Einfluss

Im Anfragenteil der vergangenen Ratssitzung kam das Thema zur Sprache: Karim Iraki (Grüne) bezog sich auf einen Medienbericht, in dem die Idee besprochen wurde, dass die Stadt doch die Liegenschaften an der Langen Straße etwa für die Unterbringung der eigenen Bibliothek nutzen könnte. Bürgermeister Henning Onkes (parteilos) war dieser Vorschlag bekannt, er gab allerdings eine gewisse Grundskepsis zu.

Die Stadtverwaltung verfolgt schon länger den Plan, Bibliothek und Archiv in einer sogenannten Wissensburg an der Langen Straße 31 bis 33 unterzubringen. Unter anderem zu diesem Zweck wurde sich für ein Städtebauförderprogramm beworben – mit Erfolg. Die Planungen in dieser Richtung laufen also noch.

Eine konkrete Meinung zu einer möglichen Teilnahme an der Zwangsversteigerung wollte der Bürgermeister während der Ratssitzung am 13. August aber noch nicht formulieren. Er schlug eine Sonderratssitzung vor, in der er sich zu einer konkreten Beschlussvorlage äußern wollte.

Diese Vorlage gibt es nun. Am kommenden Dienstag, 27. August, um 18 Uhr beginnt die Ratssitzung, in der es nun einen Punkt zur Diskussion gibt: „Teilnahme am Zwangsvollstreckungsverfahren Lange Straße 12 bis 16“. Doch wer einen Blick auf die veröffentlichte Beschlussvorlage wirft, merkt schnell, dass die Stadtverwaltung kein Interesse an einem Kauf hat. „Auf den direkten Erwerb der Erdgeschossflächen wird verzichtet“, heißt es darin. Sowohl die Stadt als auch die Holding Stadt Nienburg/Weser sollen demnach nicht an der Versteigerung teilnehmen.

Rat berät über Kauf von Räumlichkeiten an Langer Straße

Ist das Thema damit schon vom Tisch? „Nein, noch ist alles möglich“, sagt der Ratsvorsitzende Stefan Hambruch (CDU). Denn die Politiker können diesen Beschluss schließlich ablehnen. Dafür ist am Dienstag eine Mehrheit notwendig, die eine rote Karte zur Abstimmung in die Luft hält – also gegen den Beschluss stimmt. Dann gehe es weiter in den nicht öffentlichen Teil, der Ratssitzung, verrät Hambruch.

Schon Mitte August waren sich die Ratsleute einig, dass über ein eventuelles Höchstgebot für den Gebäudekomplex nur im nicht öffentlichen Teil beraten werden dürfte. Ansonsten könnten potenzielle Mitbieter am Dienstag ja schon erfahren, was die Stadt bereit wäre zu zahlen.

Wird sich im nicht öffentlichen Teil auf eine Summe geeinigt, ist der Weg für eine Teilnahme an der Versteigerung frei. Diese findet bereits am folgenden Tag, Mittwoch, 28. August, um 10.15 Uhr im Amtsgericht Nienburg am Berliner Ring 5 statt.

Ob sich im Stadtrat eine Mehrheit für den Kauf findet, ist schwer abzuschätzen. Mitglieder der größten Fraktionen von SPD und CDU haben sich schon öffentlich für eine Teilnahme an der Versteigerung ausgesprochen. Dennoch können einzelne Politiker anders entscheiden. Die Grünen sind eher dagegen und auch der stimmberechtigte Bürgermeister hat wie erwähnt bereits Zweifel geäußert.

jom

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