Städtepartnerschaft von Nienburg und Nienburg: Drei Wünsche sind in Erfüllung gegangen

„Wir haben uns gegenseitig unterstützt“

NIENBURG - Von Nikias Schmidetzki. Wenn zwei Städte über 25 Jahre „befreundet“ sind – so Kommunen denn so etwas wie emotionale Bindungen eingehen können –, dann kann das nur der Verdienst zahlreicher Helfer sein. Und doch geht der Impuls oft von einigen wenigen aus.

Im Falle der Städtepartnerschaft der beiden Nienburgs an der Weser und an der Saale war der langjährige Ratsherr Uwe Lange einer dieser Anschieber. Es war schon Jahre vor der Wiedervereinigung als er vom „anderen“ Nienburg las. Schon damals war er mit seiner Frau auf Fahrten darauf aufmerksam geworden. Als er schließlich seine ehemalige Schulkameradin Margit Immenroth – mit ihr hatte er einst die Sportschule in Halberstadt besucht – bei einem Klassentreffen sprach, unterhielten sie sich über ihre Wohnorte. Und waren erstaunt, beide in Nienburg zu leben. „Das kann ja gar nicht sein. Dann hätten wir uns ja schon getroffen“, war Margit Immenroth überzeugt. Aufklärung war nötig, und die Idee einer Partnerschaft der beiden Städte bekam einen ersten zarten Keim. Es sollte noch Jahre dauern, bis Vertreter aus Politik und Verwaltung „Nägel mit Köpfen“ machten und Vereine wie auch Einzelpersonen die Bemühungen mit Leben füllten. Dabei hatte schon 1974 der Kulturausschuss der Stadt Nienburg empfohlen, eine Delegation aus Nienburg/Saale zur 950-Jahrfeier der Weserstadt einzuladen – die Resonanz war immerhin eine Glückwunschkarte.

Die damaligen Bürgermeister Folker Radtke (Nienburg/Weser; links) und Werner Westphal (Nienburg/Saale) im Februar 1990 – kurz vor der offiziellen Gründung der Städtepartnerschaft.

Auf eigene Faust reiste Lange später in die damalige DDR, um seinerseits an der Feier zum 1 025-jährigen Bestehen des ein paar Jahre älteren Nienburgs teilzunehmen. Unter anderem überreichte er damals einen Nienburg-Teller. Ein ganz anderes Geschenk, nur leicht größer, dafür umso seltener, nahm er vor fünf Jahren mit in den Salzlandkreis anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Partnerschaft. Auf ein Schild mit DDR-Emblem, das auf den Rat der Stadt hinweist und am Rathaus in Nienburg/Saale angebracht gewesen war, war er gestoßen. Er überreichte es Markus Bauer, damals Bürgermeister, seit einigen Monaten Landrat. „Wir haben uns gegenseitig unterstützt“, blickt Lange zurück. Sein Wirken als Ratsherr habe ihm durchaus Türen geöffnet – sowohl im Westen als auch im Osten. Drei Wünsche habe er geäußert, als er noch zu DDR-Zeiten mit dem damaligen Bürgermeister sprach: die Einheit, eine Städtepartnerschaft und dass jene eine intensive Belebung erfahre. „Alle drei Wünsche seien in Erfüllung gegangen“, freut sich Lange heute. Er selbst fahre noch häufig hin. Und wenn Nienburger zu ihm nach Nienburg zu Besuch kämen, übernachten sie gern bei Langes. Das war übrigens schon ganz früher der Fall. Kaum war die Grenze offen, kam der erste Schwung von der Saale an die Weser – spontan und ohne Ankündigung. Einer der ersten damals: der Jugendliche Markus Bauer. Nur einen Tag später folgte ihm – heute fast mit Symbolcharakter – seine Nachfolgerin ihm Bürgermeisteramt, Susan Falke.

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft geplant ist etwa eine Fahrt der Marine-Reservisten-Kameradschaft nach Nienburg/Saale – standesgemäß per Schiff. Zum Empfang am 31. März wollen sich Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) zu einer Radtour um Nienburg treffen. Der BlickPunkt wird in loser Folge noch weitere Geschichten dazu bringen.

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