Nach Aktionen von Wolfsschützern

Jäger wollen Wald in Steimbke sperren: Verbot nicht bindend

Steimbke/Sonnenborstel - Zwei Jagdgenossenschaften im Territorium des Problemwolfes im Kreis Nienburg haben nächtliche Betretungsverbote für den Wald ausgesprochen.

Hintergrund seien Störaktionen von Wolfsschützern, sagte Kreislandwirt Tobias Göckeritz. „Die Aktivisten beunruhigen das Wild“. Die Feld- und Waldbesitzer in Sonnenborstel und Steimbke wollen für die Jagd auf Wildschweine in Vollmondnächten Ruhe im Gelände herstellen. Das Verbot sollte ab Mittwoch an für eine Woche zwischen 18 und 8 Uhr gelten.

Nach Einschätzung des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums ist eine Sperrung des Waldes durch eine Jagdgenossenschaft allerdings nicht möglich. Grundlage hierfür sei das Niedersächsische Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung. 

Unter gewissen Umständen könnten zwar Betretungsverbote gewährt werden, der zuständige Landkreis Nienburg habe aber hierfür jedoch nicht die Genehmigung erteilt. Daher sei die Sperrung rechtlich nicht bindend. 

Wildschweinjagd in Steimbke behindert 

Die Behinderung der Wildschweinjagd sei ein massiver Folgeschaden nach Freigabe des Rodewalder Rüden zum Abschuss Ende Januar, erklärte Göckeritz. Die Jagdgenossenschaft Sonnenborstel hatte zudem beobachtet, dass die Schwarzwildpopulation in ihren Revieren durch das gute Eichelmastjahr erheblich gestiegen ist. Die Schäden durch die Wildschweine an Ackern und Wiesen im Revier nehmen daher zu, heißt es in einer Mitteilung. Aus diesem Grund sollte Fußgängern der Zutritt zu den Revieren die die Abend- und Nachtstunden untersagt werden. Dann wollten die Jäger ungestört jagen. 

„Der Wolf lebt noch“, sagte am Mittwoch eine Ministeriumssprecher. „Es gibt mindestens einen weiteren Vorfall, und es hat auch Sichtungen des Wolfs beziehungsweise des Rudels gegeben.“ 

Die Suche werde durch Wolfsschützer beeinträchtigt: „Wir haben Kenntnis darüber, dass es dieses Verhalten weiterhin gibt: Es finden Nachtwanderungen statt, es finden Wanderungen mit Hunden tagsüber statt und so weiter.“ Der Naturschutzbund Nabu hatte dagegen mehrfach betont, ihm seien keine Störaktionen bekannt. 

Wolf: Abschuss bis 30. April erlaubt 

Der Problemwolf mit der Kennung GW717m soll zahlreiche Nutztiere gerissen haben, darunter auch Rinder und Ponys. Die Ausnahmegenehmigung zum Töten des Rüden wurde bis Ende April verlängert. Die in Deutschland streng geschützten Wölfe dürfen nur im Ausnahmefall getötet werden.

dpa/jom

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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