Sanierung in greifbarer Nähe

Rat stellt Pläne für Freibäder in Stolzenau und Landesbergen vor

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Umfangreiche Veränderungen sind für beide Bäder vorgesehen. Das Freibad Stolzenau verfügt über ein Nichtschwimmerbereich (1), ein Schwimmerbecken (2), einen Sprungturm (3), ein Behinderten-WC (4), ein Planschbecken (5) sowie einen Spraypark (6).

Samtgemeinde Mittelweser - Von Johanna Ritter. Mithilfe eines Förderprogramms des Bundes soll die Sanierung der Freibäder in Stolzenau und Landesbergen angegangen werden. „Wir haben uns im Rat der Samtgemeinde Mittelweser damit beschäftigt, welche Möglichkeiten es gibt, diesen Sanierungsstau zu beseitigen“, sagte Samtgemeindebürgermeister Jens Beckmeyer bei der Sitzung des Samtgemeinderates in der Stolzenauer Gaststätte Meyer Nendorf.

Mit dem Beschluss gehen Hoffnungen auf eine baldige Umsetzung einher. „Schließlich haben wir uns für ein Förderprojekt des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat, zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur beworben“, führte Beckmeyer weiter aus. Aus 1 300 Interessenbekundungen seien 186 kommunale Projekte ausgewählt worden, von denen 23 aus Niedersachsen kommen und sieben zu sanierende Bäder betreffen.

Aus Beckmeyers Sicht „ein voller Erfolg“, insbesondere „da es uns als einzige Einheit in Niedersachsen gelungen ist, durch die Darstellung der Konzeption, Zuwendungen für beide Bäder zugesprochen zu erhalten“. 1,5 Millionen Euro stelle der Bund der Samtgemeinde Mittelweser zur Verfügung, 3,5 Millionen Euro steuere der Rat als Verpflichtungsermächtigung aus dem Haushalt hinzu, erklärte Beckmeyer.

Fokus auf Nachhaltigkeit, Ökonomie, Ökologie und Inklusion

Die Arbeitsgruppe, bestehend aus Politik, Naturfreundeskreis Landesbergen und Förderverein Stolzenau, arbeitete an Kriterien, mit denen derzeit in die Konzeptphase eingetreten wird. Erster Samtgemeinderat Jörg Niemeyer meldete sich sowohl in seiner Funktion als politischer Vertreter, als auch für den Förderverein und die Naturfreunde zu Wort und stellte die Ergebnisse der Arbeitsgruppe im Einzelnen vor. Fragen wie: „Beide Bäder sanieren oder nur eines? Ist eine Teil- oder umfassende Sanierung geplant und nach welchen Kriterien und für welchen Personenkreis?“, seien in der Arbeitsgruppe behandelt worden. Im Speziellen hätten die Teilnehmer darauf geachtet, Nachhaltigkeit, Ökonomie, Ökologie und Inklusion zu berücksichtigen. Zielführend sei ein Konzept erarbeitet worden, wonach beide Bäder saniert werden können. Die Arbeiten werden allerdings eine Reduzierung der Wasserfläche nach sich ziehen. Das Freibad Stolzenau wird der Gruppenpräsentation zufolge weiterhin als beheiztes Freibad betrieben, wobei die Wasseraufbereitungstechnik komplett modernisiert werde. Das Nichtschwimmerbecken wird aufgegeben und der Nichtschwimmerbereich wird im Schwimmerbereich integriert. Das Planschbecken wird neu installiert.

Das Naturfreibad Landesbergen wird eine vollkommene Umwandlung zu einem reinen Naturerlebnisbad erleben. Die Sanierungspläne sehen einen Verzicht auf Wasseraufbereitungstechniken vor. Ein weitergehendes Veranstaltungsangebot für dieses Bad sei denkbar, allerdings befinde die Planungsgruppe sich diesbezüglich noch in einem frühen Stadium. Verschiedene Optionen müssten im Gremium noch diskutiert werden. Mit den Umgestaltungen verfolgt die Samtgemeinde Mittelweser das Ziel, an beiden Standorten neue Lösungen mit geringen Unterhaltungs- und Bewirtschaftungskosten umzusetzen. Die Detailplanung soll demzufolge im nächsten Jahr beginnen. Die tatsächlichen Sanierungen werden dann für das erste Bad 2021 und für das zweite 2022 geplant.

Umfangreiche Veränderungen sind für beide Bäder vorgesehen.  Im Naturfreibad Landesbergen finden Gäste einen Nichtschwimmerbereich (1), einen Strandbereich (2), einen Schwimmerbereich (3), ein Behinderten-WC (4), einen Spielplatz (5), einen Steg (6), einen Sprungturm (7), ein Volleyballfeld (8) sowie ein Planschbecken (9).

Im Zuge der Einwohnerfragestunde sind die Ratsmitglieder mit der Reduzierung der Wasserfläche konfrontiert worden. Tenor: Angesichts der sehr hohen Zahl an Nichtschwimmern sei ein spezieller Bereich für diese in den Bädern unerlässlich. Dem gegenüber steht der Erhalt der Bäder durch die erarbeitete Konzeption. „Das Betreiben der Freibäder ist keine Pflichtaufgabe einer Gemeinde“, erklärte Samtgemeindebürgermeister Beckmeyer. „Im Rahmen einer Haushaltssicherung muss ein Rat genau abwägen: Was sind die Pflichtaufgaben und was die freiwilligen?“, kommentierte er weiter. „Sicher ist, dass wir durch das Förderprogramm die Möglichkeit haben und als Samtgemeinde die Verpflichtung eingehen, diese Bäder mittelfristig zu betreiben“, schloss die Verwaltung ihre Argumentation für die geplante Lösung.

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