Spatenstich bei Oxxynova

Steyerberg: Fernwärme-Projekt senkt CO2-Austoß drastisch

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Steyerberg- Von Max Brinkmann. Spatenstich beim größten Fernwärme-Projekt in Norddeutschland. Nach Fertigstellung soll es 400 Haushalte mit Wärme versorgen und zusätzlich schnelles Internet bieten. Außerdem soll es äußerst klimafreundlich sein. Da kommt sogar der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies vorbei, um sich das genauer anzuschauen.

Die Idee, den Flecken Steyerberg mit Fernwärme aus Abwärme zu versorgen, ist relativ alt. „Erste Überlegungen gab es bereits in den Neunzigern“, sagte Steyerbergs Bürgermeister Heinz-Jürgen Weber, der gleichzeitig auch Vorstand der BürgerEnergie Steyerberg-Fernwärme (BESt-F) ist. Es dauerte jedoch bis zum Jahr 2009, bis im Rahmen einer Diplomarbeit an der Fachhochschule Hannover ein Konzept zur Nutzung der bei der Oxxynova im Produktionsprozess anfallenden Abwärme zum Betrieb eines Fernwärmenetzes erarbeitet worden ist.

Aufbauend auf dieser Diplomarbeit wurde Ende November 2009 vom Flecken Steyerberg ein Arbeitskreis „Fernwärme“ eingerichtet, dessen Aufgabe die Konkretisierung eines Fernwärmenetzes in Steyerberg gewesen ist. Der Arbeitskreis setzte sich aus Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung, Mitarbeitern der Oxxynova GmbH sowie Bürgern zusammen.

Nach der Prüfung zahlreicher Detailfragen sowie der Wirtschaftlichkeit des Projektes wurde das Fachplanungsbüro IngenieurNetzwerk Energie (iNeG), mit der Planung der ersten von drei Stufen zur Realisierung des Fernwärmenetzes Steyerberg beauftragt. Dem Flecken Steyerberg war es wichtig, das Fernwärmeprojekt mit einer flächendeckenden Versorgung des Ortsteils Steyerberg mit Glasfaseranschlüssen (Breitbandversorgung) für ein besonders schnelles Internet zu koppeln.

Umweltminister Olaf Lies sprach sich für das Projekt aus. 

Ein weiteres politisches Anliegen war es dem Rat des Flecken Steyerberg, das Fernwärmeprojekt als ein Bürgerprojekt zu realisieren. Die Prüfung aller Rechtsformen hat ergeben, dass sich ein Maximum an Bürgerbeteiligung dann erreichen lässt, wenn das Projekt in der Rechtsform einer Genossenschaft realisiert würde. Daraufhin wurde BESt-F gegründet.

In enger Zusammenarbeit mit den Firmen Oxxynova und Biogas Steyerberg konnte ein Fernwärmeprojekt konzipiert werden, mit welchem der Flecken Steyerberg im Jahr 2015 Klimakommune beim niedersächsischen Landeswettbewerb „Klimakommune 2014“ geworden ist. „Wir als Industrienation tragen die Verantwortung, zu zeigen, wie Klimaschutz funktioniert“, sagte Lies in seiner Rede. Das Fernwärme-Projekt sei dafür ein leuchtendes Beispiel.

BESt-F betreibt das Netz und die technischen Anlagen, die zum Fernwärmenetz gehören. Die erforderliche Energie wird aus Abwärme erzeugt, wodurch jährlich 3 000 Tonnen CO2 eingespart werden können. Das entspricht 12,5 Prozent der Menge an CO2-Einsparungen, die in ganz Niedersachsen durch entsprechende Förderprogramme eingespart werden sollen.

Die Trasse für das Projekt hat eine Gesamtlänge von 25 Kilometern.

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