Steyerberger Brandbekämpfer übten Einsatzszenarien im Flashover-Container

Wenn Feuerwehrkräfte durch die Flammen gehen

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Eine heiße Angelegenheit: Die Steyerberger Feuerwehren übten am Wochenende im Flashover-Container die Bekämpfung von Gebäudebränden unter realitätsnahen Bedingungen. 

Steyerberg - Von Jörn Graue. Die fünf Feuerwehrkräfte tasten sich mit schwerem Atemschutz in geduckter Haltung vor. Mit Taschenlampe, Wärmebildkamera und einem Hohlstrahlrohr versuchen sie, den Brandherd zu finden. 

Da passiert es plötzlich: Flammen und Hitze schießen über ihre Köpfe hinweg. Es kommt zur so genannten Durchzündung.

Solche Szenarien übten insgesamt 41 Mitglieder aus den Steyerberger Feuerwehren am vergangenen Wochenende im Flashover-Container auf dem Amtshof in Steyerberg. Das Ziel der speziellen Ausbildung: Das behutsame und umsichtige Verhalten für den Ernstfall erproben.

Ohne Atemschutz geht gar nichts: Eine umfangreiche Schutzausrüstung ist für die Einsatzkräfte immens wichtig.

Bei Feuern in Gebäuden können brennbare Stoffe, Sauerstoff und Brandgase schnell zu einer gefährlichen Mischung führen. „Wenn das Gemisch passt, dann knallt es“, mahnte Ausbilder Uwe Rohlfs. Wie das dann aussah – und vor allem, wie es sich anfühlte, erlebten die Teilnehmer hautnah in dem großen Container. Ein kontinuierlich mit Paletten befeuerter und mit einer Stahltür abtrennbarer Brennraum ermöglichte es, immer wieder das Durchzünden von Rauchgasen zu simulieren. Stets befand sich das Ausbilderteam um Axel Bodenstab, Uwe Rohlfs und Steyerbergs Ortsbrandmeister Uwe Häsemeyer dicht an der Seite der Teilnehmer.

Eine zuweilen starke Rauchentwicklung vor dem Amtshof gehörte zum Übungsszenario dazu.

„Auf dem Boden beträgt die Temperatur 60, an der Decke des Containers bis zu 800 Grad Celsius“,erklärte Uwe Rohlfs und machte damit auch deutlich, wie körperlich fordernd solche Einsätze mit Atemschutz und Schutzausrüstung für die Einsatzkräfte sind. Aus Sicht der Teilnehmer war das Training im Container eine lehrreiche Erfahrung: „Die Übung war sehr realistisch und sensibilisiert für reale Einsätze“, stand für Hendrik Meyer fest. Auch Jörg Kammacher, Ortsbrandmeister der Deblinghäuser Wehr, nahm nach eigenen Worten einige neue Erfahrungen mit: „Ich kann die Einsatzkräfte jetzt noch gezielter für den Innenangriff schulen.“

Von der Notwendigkeit solcher Übungen überzeugt, zeigten sich Fleckenbürgermeister Heinz-Jürgen Weber, stellvertretender Bürgermeister Lothar Kopp und Ortsbürgermeisterin Christa Stigge, die sich den Flahover-Container im Rahmen der Übung anschauten. „Das Üben solcher Extremsituationen ist wichtig für die Sicherheit der Ehrenamtlichen“, betonte der Verwaltungschef. Einen Zuschuss von 7000 Euro hatte es von der Gemeinde für die großangelegte Übung auf dem Amtshof gegeben.

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