Helios Kliniken Mittelweser legen Standorte in der Kreisstadt zusammen

Zukünftig nur noch ein Krankenhaus im Landkreis Nienburg

Krankenhaus Nienburg Helios
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Bald das einzige Krankenhaus im Landkreis: Die Helios Klinik in Nienburg wird um einen Flügel erweitert.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Aus zwei wird eins: Die Helios Kliniken Mittelweser legen ihre beiden Krankenhäuser im Landkreis Nienburg zusammen. Zukünftig wird es nur noch den Standort in der Kreisstadt geben.

„Es ist eine räumliche Zusammenführung. Die Klinik in Stolzenau zieht eins zu eins nach Nienburg um“, erklärt Klinikgeschäftsführer Thomas Clausing in einer Pressekonferenz am Dienstagnachmittag. Um den, für den Umzug benötigten Platz zu schaffen, wollen die Helios Kliniken 30 Millionen Euro in den Bau eines neuen dreistöckigen Flügels investieren.

Kein Arbeitsplatzabbau

„Es wird bei der Zusammenführung keinen Arbeitsplatzabbau geben“, verspricht Clausing. Sämtliche rund 90 Mitarbeiter des Stolzenauer Klinikums würden in Nienburg in ihren gewohnten Abteilungen weiterbeschäftigt. Betroffen sind davon die drei noch in Stolzenau angesiedelten Bereiche Geriatrie, Schmerzklinik sowie Innere Medizin. Die würden bis zum Umzug sogar noch ausgebaut. So sei zum Beispiel geplant, die Geriatrie um die Palliativmedizin zu erweitern.

Draufsicht: Links ober ist der geplante Anbau zu erkennen.

Zusammenlegung hat ausschließlich medizinische Gründe

Die Konzentration auf einen einzigen Standort habe ausschließlich medizinische und keinerlei wirtschaftliche Gründe. „Ein großer Standort bietet bessere medizinische Möglichkeiten“, erläutert der Klinikgeschäftsführer. Kürzere Wege und schnellere Abstimmungen zwischen den Spezialisten würden eine bessere Versorgung der Patienten gewährleisten. Das treffe insbesondere auf den Bereich Geriatrie zu. „Wir können an einem Standort besser für unsere alten Patienten sorgen“, ergänzt der ärztliche Direktor Dr. Michael Stalb. Ein Großteil werde gegenwärtig zunächst in Nienburg aufgenommen und dann zur Weiterbehandlung in die geriatrische Abteilung nach Stolzenau gebracht.

Keine längeren Transportwege für Rettungsdienste

Längere Transportwege für die Rettungsdienste habe die Zusammenlegung nicht zur Folge, versichert Clausing. Schon jetzt würden die Rettungswagen Nienburg ansteuern.

Ansicht aus Richtung Ziegelkampstraße: Links entsteht der neue Flügel (grün/blau).

Fördermittel über 30 Millionen Euro beantragt

Für den Neubau haben die Helios Kliniken Fördermittel über die gesamte Investitionssumme aus dem Krankenhausstrukturfonds beantragt. Mit einer Zusage rechnet Clausing im kommenden Jahr. Baubeginn soll Anfang 2023 sein. „Wenn alles ideal läuft, ist der Neubau Ende des selben Jahres fertig“, berichtet der Klinikgeschäftsführer. Mitte 2024 sei aber realistischer. Der Neubau wird parallel zu den beiden bestehenden Flügeln im vorderen Bereich zum Amalie-Thomas-Platz gebaut. In die unteren beiden Etagen ziehen die Geriatrie und die Schmerzklinik. Die Verwaltung zieht in das zweite Obergeschoss um. Der bisherige Verwaltungsflügel wird anschließend für Funktionsbereiche umgebaut. „Damit verkürzen wir zukünftig die Wege für unsere Patienten“, begründet Clausing die Verlegung.

Nachnutzung von Stolzenauer Krankenhaus noch unklar

Was aus dem Stolzenauer Krankenhaus nach seiner Schließung wird, ist offen. „Es wäre schön, wenn dort eine Kurzzeitpflege einzieht“, wünscht sich Clausing. Hier bestehe im Landkreis Nienburg großer Bedarf. Eine Kombination mit einem Ärztehaus hält er für sinnvoll.

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