Straßenbauprojekt im Nienburger Nordertor steht erneut auf der politischen Agenda

Die endlose Kreisel-Diskussion

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Noch sind die Verdener Landstraße und die Celler Straße in Nienburg durch eine Einmündung voneinander getrennt. Womöglich bleibt das so.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Vielleicht liegt es in der Natur der Sache. Schließlich besitzt ein Kreis kein Ende. Genauso, wie die Diskussion um den Bau eines Kreisels an der Einmündung der Celler Straße in die Verdener Landstraße in Nienburg.

Die schien beendet, nun entfacht der Stadtteilbeirat Nordertor sie neu.

Nach endlosen Diskussionen über verschiedene Varianten – Kreisverkehr, Kreuzung oder sogar Stilllegung der Einmündung in die Celler Straße – beschloss der Nienburger Stadtrat im November 2015 den Bau des knapp 1,8 Millionen Euro teuren Kreisverkehrs. Die Debatten um eine Umgestaltung des Verkehrsknotenpunktes schienen beendet. Nun flammen sie erneut auf. Im Bauausschuss der Stadt Nienburg in der kommenden Woche steht die geplante Straßenbaumaßnahme nämlich wieder einmal auf der Tagesordung.

Der Stadtteilbeirat Nordertor hat einen Antrag gestellt, den Beschluss des Rates zurückzunehmen. Wolfgang Kirchner, Mitglied der Arbeitsgruppe Verkehr, zählt dafür eine Reihe von Argumenten auf. Der Verkehr laufe aktuell reibungslos, es gebe keine Staus. Darüber hinaus sei die Kreuzung kein Unfallschwerpunkt. „Hier gibt es so gut wie nie Unfälle, auch nicht mit Radfahrern und Fußgängern“, schreibt Kirchner in seinem Antrag. Die Situation für Radfahrer sei zwar nicht ideal, aber sowohl Radfahrer als auch Autofahrer seien sehr vorsichtig und nähmen Rücksicht.

Mit einem Kreisel würde sich die Verkehrssituation verschlechtern, ist der Stadtteilbeirat überzeugt. Da die Fußgängerampel an der Sparkasse entfalle, werde das Überqueren der Straße für Fußgänger gefährlicher und die Ausfahrt aus der Elisabethstraße für Autos schwieriger. „Staus sind dort zu erwarten“, mahnt Kirchner. Auch im Kreisel rechnet er mit Rückstaus. Eine Verbesserung der Situation für Radfahrer sieht die Arbeitsgruppe um Kirchner durch den Bau eines Kreisverkehrs ebenfalls nicht.

Chancen auf Annahme hat der Antrag des Stadtteilbeirates Nordertor durchaus. Die Stadtverwaltung schlägt der Politik zwar vor, diesen abzulehnen und die hatte dem Bau des Kreisels auch zugestimmt. Allerdings nicht ohne Gegenwind: Vor allem die Sozialdemokraten lehnten ihn damals geschlossen ab. „Unserere Grundeinstellung diesbezüglich hat sich nicht geändert“, erklärt Sozialdemokrat Rüdiger Altmann gegenüber dieser Zeitung. Dieser Punkt werde allerdings innerhalb SPD-Fraktion vor der Bauausschusssitzung

noch besprochen. Für eine Annahme des Stadtteilbeirat-Antrages würden die Stimmen der SPD im Bauausschuss allein indes nicht reichen, um diesen Punkt zur Abstimmung erneut in den Stadtrat zu bringen.

Egal, wie die Entscheidung im Bauausschuss ausfällt, der Kreuzungsbereich zwischen Celler und Verdener Landstraße bleibt zunächst unverändert. Frühestens im kommenden Jahr würden die Bauarbeiten beginnen.

Ins Rollen gekommen war das Projekt Kreisverkehr mit den Planungen zur Ansiedlung des E-Centers an der Verdener Landstraße. Im Zuge dessen verpflichtete sich Edeka, an entsprechenden Straßenbauinvestitionen zu beteiligen. Das war im Jahr 2009. Seit dem gab es zu dem Straßenbauprojekt elf Verwaltungsvorlagen und entsprechend viele Diskussionen – nicht nur über die grundsätzliche Notwendigkeit sondern auch über die beste Variante. Neben einem Kreisverkehr gab es die Idee, den Einmündungsbereich umzugestalten.

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