Netzbetreiber schlagen konkreten Korridor vor

SuedLink-Trasse streift Landkreis Nienburg

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Der SuedLink soll vor allem Windstrom aus dem Norden in den Süden transportieren.

Landkreis. 700 Kilometer quer durch Deutschland, am Landkreis Nienburg nahezu unberührt vorbei und quer durch den Heidekreis: Die Feinplanung für Deutschlands neue Stromautobahn „SuedLink“ liegt seit Donnerstag vor.

Von den bisherigen Varianten haben die Netzbetreiber einen konkreten Korridor vorgeschlagen, der die Belastungen neu verteilt. 2021 könnten die ersten Bagger für die Erdverkabelung anrollen.

Der Landkreis Nienburg ist von der aktuellen „SuedLink“-Trassenführung nur geringfügig betroffen. Sie führt fast ausschließlich östlich am Nienburger Land vorbei. Der Korridor streift die Kreisgrenze im äußersten Osten bei Lichtenhorst auf einer Länge von etwa zweieinhalb Kilometern.

Damit sind die Spekulationen um Varianten, die durch Nienburg führen könnten, vom Tisch. So schlug das Land Thüringen im November 2017 zum Beispiel einen Verlauf vor, der durch die Samtgemeinde Hoya geführt hätte. Eine ursprünglich favorisierte Alternative wäre weiter im Osten verlaufen und den Landkreis Nienburg dagegen nicht einmal berührt.

Am Donnerstagabend informierten die Vertreter von Tennet in Walsrode die Verwaltungschefs der Region über den geplanten Verlauf. Gemeinsam mit „TransnetBW“ baut der Netzbetreiber für den Staat den „SuedLink“. Die dazugehörigen Stromleitungen verlaufen von Brunsbüttel in Schleswig-Holstein nach Großgartach in Baden-Württemberg sowie von Wilster in Schleswig-Holstein nach Grafenrheinfeld in Bayern.

Auf einer Länge von rund 700 Kilometern führt die Stromtrasse durch Deutschland.


1 000 Meter breit ist der Planungskorridor immer noch. 150 Kriterien hatten die Netzbetreiber herangezogen, um die Führung zu bewerten. „Diese Route ist die für Mensch und Natur verträglichste“, sagt Fischer. Viele Hemmnisse seien ausgeräumt worden.

Tatsächlich ist das, was die Netzbetreiber nun vorgelegt haben und in der kommenden Woche bei der Bundesnetzagentur formal einreichen, weiterhin ein Vorschlag. Entscheiden wird die Behörde. Und die kann auch weiterhin auf das Netz bisheriger möglicher Trassenführungen zurückgreifen, sollten die Experten dort zu anderen Ergebnissen kommen. „Der vorliegende ist aber ein sehr ernsthafter Vorschlag“, betont Fischer.

Fertiggestellt soll „SuedLink“ eine Leistung von vier Gigawatt erreichen. Das reiche aus, um zehn Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen. Die Gleichstromtrasse, die als eine Hauptschlagader der Energiewende gilt, soll Windstrom vom Norden in die Industriezentren im Süden bringen. Im Betrieb, heißt es, wird ein maximal 25 Meter breiter Schutzstreifen für die Stromautobahn reserviert. Dort dürfte kein Haus gebaut werden, keine Straße, und allzu tief gebohrt werden dürfte wegen der in 1,5 Meter Tiefe liegenden Kabel auch nicht. Als Ackerfläche stünden die Korridore aber natürlich zur Verfügung. In der Bauphase rechnen die Ingenieure mit einem maximal 40 Meter breiten Korridor. Anders als bei Freileitungen sieht die Erdverkabelung übrigens keine Mindestabstände zur Wohnbebauung vor. „Aber wir gehen natürlich nicht quer durch den Ort“, so der Tennet-Sprecher.

2025 soll der Strom durch den „SuedLink“ fließen können. Um diesen bereits nach hinten versetzten, aber immer noch ambitionierten Starttermin zu halten, „müssen wir uns jetzt alle ranhalten“, sagt Fischer. „Weitere Dispute ums Grundsätzliche sollten vermieden werden.“ Es sei ja auch allen klar, dass Deutschland für die Energiewende die Trasse brauche, dezentrale Lösungen reichten nicht aus, um den Atomausstieg aufzufangen. Die Frage sei nun, ob für alle ausreichend Kompromisse gefunden wurden. „Klagen kann man immer noch“, befürchtet Fischer.

Schon in wenigen Wochen gehen die Netzbetreiber mit der Bundesnetzagentur wieder auf Deutschland-Tour. Die nächste Runde der „Info-Märkte“ steht an, um für Verständnis und Akzeptanz zu sorgen, bevor es in die Planfeststellung geht. Im Mai oder Juni steht die Region wieder auf dem Terminkalender.

mk/ru

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