Überbau wird Millimeter für Millimeter abgesenkt

Südringbrücke: Präzisionsarbeit in XXL

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Michael Pohl erklärt, wie das Absenken des 1000 Tonnen schweren Brückenkörpers funktioniert.

Nienburg - Von Leif Rullhusen. Millimeterarbeit im XXL-Format: Der Bau der Südringbrücke in Nienburg hat eine weitere entscheidende Phase erreicht.

Es ist gewissermaßen die „Hochzeit“ des 1000 Tonnen schweren Überbaus, über den später einmal der Verkehr rollt, mit den Brückenpfeilen und Widerlagern. Seit Dienstag senken die Spezialisten der Baufirma GP Ingenieurbau aus Hannover den Koloss ab – insgesamt eineinhalb Meter. Einen haben sie bereits zurückgelegt. „Bis Himmelfahrt sollten wir diese Arbeiten abgeschlossen haben“, berichtet der bei der Stadt verantwortliche Ingenieur Michael Pohl.

Notwendig ist der Aufwand, weil die Brücke nach ihrer Fertigstellung möglichst dicht über die Oberleitungen der Bahnstrecke Nienburg-Minden führen soll. Da die für die Betonarbeiten notwendige Verschalung aus Holz und Stahlträgern eine gewisse Höhe hat, musste der gesamte Überbau auf provisorischen Stützen zunächst überhöht hergestellt werden. Nun ist der Beton trocken, die Verschalung entfernt und der Brückenkörper kann in seine endgültige Position gerückt werden.

55 Meter lang und 15 Meter breit ist der Brückenkörper.

Millimeter für Millimeter wird der 55 Meter lange und 15 Meter breite Koloss aus Stahl und Beton derzeit mit hydraulischen Pressen abgesenkt. Das geschieht über einen Zeitraum von Wochen. „Dabei ist äußerste Präzision gefragt. Es muss ganz langsam und gleichmäßig geschehen, weil sich der Überbau nicht verkanten darf“, erklärt Pohl. Alle Stempel arbeiten deshalb absolut parallel. Permanent messen die Fachleute den Abstand zwischen dem Brückenbauwerk und seiner zukünftigen Auflagefläche. „Wir können den Überbau mit der Hydraulik sogar seitlich verschieben“, verdeutlicht Pohl.

Noch trennt Brückenpfeiler und -körper rund ein halber Meter. 

Die Fertigstellung der Südring-Brücke ist die größte technische Herausforderung im Rahmen der Bauarbeiten an Nienburgs neuer Südumgehung zwischen Langendamm und Schäferhof. Der Bau bei laufendem Zugbetrieb über die Bahnstrecke stellte das GP Ingenieurbau-Team aus Hannover immer wieder vor neue Hürden.

Vor allem die von der Deutschen Bahn festgelegten Sperrzeiten – also das Zeitfenster, in dem auf der Bahnstrecke gearbeitet werden darf – verursachten in den vergangenen Monaten Sorgenfalten. Die Bahn hatte die Zeiten deutlich auf die Nachtstunden am Wochenende zusammengestrichen. Eine Herausforderung sowohl für die Logistik der Baufirma, als auch für die Arbeiter.

Michael Pohl vor einem der hydraulischen Stempel.

Zur Fertigstellung der gesamten, drei Kilometer langen Umgehungsstraße in Nienburgs Süden fehlen neben der Bahnbrücke noch eine zweite, deutlich kleinere über den Meerbach und die Fahrbahn zwischen den beiden Brückenbauwerken.Im Oktober oder November dieses Jahres soll alles fertig sein. Dann wird die neue Ortsumgehung vor allem die Hannoversche Straße und den Berliner Ring in Nienburg entlasten. Bei dem 16-Millionen-Euro-Projekt spielen neben der Verkehrssituation auch wirtschaftliche Aspekte eine wichtige Rolle. Die zukünftige Trasse soll nämlich zugleich ein neues Gewerbegebiet erschließen.

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