Syrischer Flüchtling rettet ehemaligen Kreistagsabgeordneten in Nienburg das Leben

Plötzlich Lebensretter

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Roland-Peter Lubenow (2.v.r.) mit seinem Lebensretter Makosd Ebraheem (3.v.l.) und Dr. Erdem Aydilek, Leitender Oberarzt der Kardiologie, sowie Ebraheems Töchtern Hanem und Hala.

Nienburg. Eigentlich wollte Makosd Ebraheem Roland-Peter Lubenow nur helfen, Holz zum Sammelplatz für das Osterfeuer in einigen Wochen zu bringen – dann wurde er plötzlich zu seinem Lebensretter.

„Ein Herzinfarkt kann immer und überall passieren“, erklärt Dr. Erdem Aydilek, Leitender Oberarzt der Kardiologie an den Helios Kliniken Mittelweser. „Wichtig ist, dass man genauso schnell handelt, wie Herr Ebraheem es getan hat.“

Roland-Peter Lubenow, ehemaliges Mitglied im Nienburger Kreistag, kennt seinen Lebensretter seit eineinhalb Jahren. Ebraheem ist mit seiner Familie aus Syrien geflüchtet, Lubenow kümmert sich als Pate um sie, hilft bei Behördengängen und im Alltag, zeigt der Familie die Region. An einem Montagnachmittag bringen die beiden Männer zusammen Holz zur Sammelstelle für das Osterfeuer. Auf den aufgeweichten Wegen fahren sie sich fest. Ein Landwirt hilft, das Auto wieder in Gang zu bekommen. Als sie nach Hause kommen, kippt Lubenow plötzlich um: Herzstillstand. Makosd Ebraheem zögert nicht lange und beginnt mit der Herzdruckmassage, während Lubenows Frau den Rettungswagen ruft.

„Damit haben sie alles richtig gemacht“, erklärt Kardiologe Aydilek. „Im Notfall zählt jede Sekunde. Dabei hilft ein einfacher Merksatz: Rufen, prüfen, drücken. Wenn es Anzeichen für einen Herzinfarkt gibt, rufen Sie sofort den Rettungsdienst über die 112. Prüfen Sie dann, ob die Person bei Bewusstsein ist und, ob sie sich bewegt und atmet. Dabei sollte man keine Scheu haben und die Person auch ansprechen und an den Schultern rütteln.“ Gibt es keine Lebenszeichen und man fühlt keinen Puls, heißt es: Drücken. Dafür sich einfach neben die Person knien, beide Hände übereinander auf den Brustkorb legen und mit durchgestreckten Armen mit einer Frequenz von 100 bis 120 Druckstößen pro Minute die Herzdruckmassage beginnen. „Unerfahrene Ersthelfer können sich auf die Herzdruckmassage konzentrieren und die Atemspende durch Mund oder Nase erst einmal weglassen. Im Blut ist in der ersten Zeit nach dem Herzstillstand noch ausreichend Sauerstoff vorhanden“, erläutert Dr. Aydilek. Roland-Peter Lubenow verdankt dem schnellen Handeln von seiner Frau und Makosd Ebraheem sein Leben. „Ich kann von Glück sagen, dass die beiden da waren. Gar nicht auszudenken, was gewesen wäre, wenn ich alleine gewesen wäre“, sagt der Bückener. Bereits im Rettungswagen kam er wieder zu Bewusstsein und während der Aufweitung der Herzgefäße in der Klinik war er schon wieder zu Scherzen aufgelegt.

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