Der Teufel liegt im Erdreich 

Schweringer Rat stimmt für Ausbau der Dorfstraße

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Schweringen - Von Anika Bokelmann. An der Dorfstraße in Schweringen liegen das Heimatmuseum, das Dorfgemeinschaftshaus und die Turnhalle. Zudem verläuft dort der Weserradweg. Unter der Straße befindet sich ein 117 Meter langer Regenwasserkanal, der in die Jahre gekommen ist. Daher soll die Dorfstraße im Rahmen der Dorferneuerung zwischen der Weserstraße und An der Wietlake ausgebaut werden. Den Arbeiten stimmte der Gemeinderat Schweringen am Dienstagabend bei drei Gegenstimmen zu.

„Die Asphaltschicht sieht noch gut aus, aber der Teufel liegt im Erdreich“, sagte Gemeindedirektor Detlef Meyer. Dazu führte Detlef Rolfes vom Wegezweckverband Syke aus: „Der Kanal reicht von der Weserstraße bis zum Parkplatz am Dorfgemeinschaftshaus. Im übrigen Verlauf gibt es nur Sickerschächte im Seitenraum, und ob die noch funktionieren, ist unklar.“ Außerdem sei diese Art der Entwässerung nicht mehr zulässig.

„Die Dorferneuerung bietet die einmalige Möglichkeit, Sicherheit zu schaffen. Wir wären blöd, wenn wir die Chance nicht nutzen“, plädierte Stefan Verheyen (Wählergemeinschaft „Wir für Schweringen“, WGWFS) für die Neugestaltung. Derzeit geht die Gemeinde von einer 50-prozentigen Förderung durch das Land aus.

Verheyen berichtete zudem aus einer der Ratssitzung vorausgegangenen Anliegerversammlung, dass die Bewohner auch Steuererhöhungen in Kauf nehmen würden.

Diskussion über Belag

Dass ein zukunftsfähiger Straßenzustand geschaffen werden soll, stand für die Mitglieder des Gremiums außer Frage. Diskussionen gab es jedoch über das Material. Für einen Ausbau in Pflasterbauweise veranschlagen die Planer Kosten von 470.000 Euro. Darin enthalten sind auch die Neuordnung des Einmündungsbereichs in die Weserstraße sowie die Straßenbeleuchtung.

Durch einen bituminösen Ausbau könnten keine nennenswerten Einsparungen erzielt werden, machte Detlef Meyer deutlich. Das Problem bestehe vielmehr darin, dass Asphalt im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms nicht förderfähig sei. Die Gemeinde müsste bei dieser Bauweise allein für die Kosten aufkommen.

Carsten Immoor (Wählergemeinschaft Schweringen) erwiderte mit Blick auf die angespannte Haushaltslage: „Ich bin mit der Pflasterung nicht zufrieden. Wir sollten ein Gegenangebot für den Ausbau mit Asphalt einholen.“ Ergänzend erinnerte er an die Arbeiten an der Straße Twachte im Herbst 2015. Dort hatte es Fehler bei der Verlegung der Steine gegeben. „Ich bin da vorsichtig geworden“, so Immoor. Bauamtsleiter Rolf Walnsch erwiderte, dass „so ein Fehler auch bei einer Asphaltbauweise passieren kann“. „Wir hoffen, dass wir ohne Mängel durchkommen“, zeigte sich Walnsch zuversichtlich und lenkte den Blick auf den aus seiner Sicht gelungenen Ausbau der Straße Zur alten Eiche und der Stichstraße zum Sportplatz.

Weitere Projekte liegen an 

Carsten Immoor meinte, dass es in Schweringen Straßen mit dringenderem Handlungsbedarf gebe. „Wir lassen uns durch die Dorferneuerung treiben“, mahnte er, mit den Finanzen vorsichtig zu sein. „Wir könnten in die Bredouille kommen.“ Immoor schlug vor, zunächst die Entwicklung zu beobachten und die Dorfstraße zurückzustellen.

Ehler Harms (Grüne) zögerte ebenfalls. Er befürchtet, dass für die Kirchstraße kein Geld übrig bleibt. Deren Ausbau hat die Verwaltung zurückgestellt, weil „beide Projekte nicht zeitgleich realisierbar sind“, sagte Bernd Meyer (WGWFS). „Wenn es dem Haushalt besser geht, können wir darüber reden“, so der Ratsvorsitzende. Einen Zeitpunkt wollte er nicht nennen.

Gemeindedirektor Meyer erinnerte an den Zeitplan: „Wir müssen jetzt in die Umsetzung, wenn wir die Förderung wollen.“ Die Anträge müssen bis zum 15. Februar beim Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) in Sulingen vorliegen, die Förderperiode selbst läuft 2020 aus. Mit der Maßnahme lasse sich „das Ortsbild enorm aufwerten“, machte Meyer zudem deutlich.

Zum Kostenfaktor berichtete Detlef Meyer, dass sich die Haushaltslage in Schweringen wider Erwarten positiv entwickelt hat. Er sprach von Steuereinnahmen in Höhe von 864 000 Euro, anstatt der angenommenen 706.000 Euro. Damit lässt sich dem Gemeindedirektor zufolge der Fehlbetrag von 175.000 Euro ausgleichen, und unter Vorbehalt ergebe sich ein Überschuss von 50.000 Euro. Für die Sanierungsarbeiten müsste Schweringen 150.000 Euro aus eigenen Mitteln finanzieren. „Der Kredit soll im Haushalt 2017 eingestellt werden“, erklärte Detlef Meyer.

Quelle: kreiszeitung.de

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