Thema im nächsten Nienburger Stadtentwicklungsausschuss

Leinstraße: Öffnung für den Autoverkehr?

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Noch lässt der Poller in der Leinstraße nur Busse durch. Demnächst wird er zumindest tagsüber wohl dauerhaft im Boden versinken.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Es soll zunächst nur ein sechsmonatiger Versuch sein: Nienburgs Politik wird im Stadtentwicklungsausschuss in der kommenden Woche über eine Öffnung der Leinstraße für den Autoverkehr diskutieren.

Und sie wird diese Maßnahme zur Belebung der Innenstadt aller Wahrscheinlichkeit nach dem Stadtrat empfehlen.

Die Idee, die Leinstraße wieder für den Autoverkehr zu öffnen, um ihre Attraktivität für den Einzelhandel zu erhöhen, gibt es schon lange. Neuen Nährboden erhielt sie vor gut drei Jahren durch ein von der Stadt Nienburg bei der Cima-Beratungsgesellschaft in Auftrag gegebenes Entwicklungskonzept. Das Gutachten schlug vor, die Leinstraße sowie eventuell die Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße teilweise für den motorisierten Verkehr zu öffnen.

Das soll laut Beschlussvorschlag mindestens nun ein halbes Jahr lang in der Leinstraße getestet werden. Geplant ist einen Öffnung in Nord-Süd-Richtung als Einbahnstraße, also vom City-Treff in Richtung Mindener Landstraße.

Volle Unterstützung bekommt die Idee von der CDU sowie der FDP/WG-Gruppe. „Wir dürfen nichts unversucht lassen, was möglicherweise zu einer Attraktivitätssteigerung der Innenstadt führt“, betont der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Peter Rübenack. Nach der Testphase müsse man ergebnisoffen mit den Kaufleuten der Innenstadt über weitere Schritte nachdenken. FDP/WG-Sprecher Heiner Werner hätte sich eine Öffnung der Leinstraße schon viel eher gewünscht. Vor zwölf oder 13 Jahren hätten die Liberalen einen entsprechenden Antrag gestellt, aber keine politische Mehrheit gefunden. Die haben sie nun. Auch SPD-Fraktionschefin Anja Altmann will eine testweise Öffnung mittragen. Innerhalb der Fraktion werde der Punkt noch besprochen, aber grundsätzlich stünden die Sozialdemokraten dem Versuch offen gegenüber.

Gegenwind kommt von den Grünen. Die erste Maßnahme zur Belebung der Innenstadt dürfe nicht sein, dass man mehr Autos in die Stadt hole. „Das ist ein falsches Signal“, mahnt der Grünen-Fraktionsvorsitzende Peter Schmithüsen. Schon jetzt könnten Autos in geringer Entfernung zu den Geschäften parken. „Ich bezweifle, dass 100 Meter weniger Fußweg für die Einzelhändler in der Leinstraße der entscheidende Impuls ist“, argumentiert Schmithüsen. Viel wichtiger hält er gute Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder oder die Einrichtung von E-Ladestationen. Um dort Strom zu tanken, dürften Elektro-Autos dann ausnahmsweise die Leinstraße benutzen.

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